André Galli warnt davor, Glaube und Wissenschaft in einen Topf zu werfen: „Wer Glaube und Wissenschaft vermischt, macht sich lächerlich!“. Er ist Christ und Astrophysiker. Seine Tätigkeit als Naturwissenschaftler an der Universität Bern schließt nicht aus, sich intensiv mit Gott und seinem Glauben zu beschäftigen. Glauben und Wissen strikt zu trennen gleicht manchmal einer Gratwanderung.
Wissenschaft und Glaube getrennt betrachten
Für André Galli ist Gott eine höhere Macht: „Gott ist nicht das Naturgesetz, sondern noch viel größer und weiter“, sagt der Astrophyiker. Gott sei nicht messbar oder greifbar. Aus Sicht des Wissenschaftlers ermögliche Gott mit seinem Werkzeug die Weite der Schöpfung sowie die Existenz der großartigen Vielfalt an Naturschauspielen und Wundern.
Ich sehe keinen Gegensatz zwischen Wissenschaft und Glaube. Die Evolution ist eines der Werkzeuge, mit dem Gott dafür sorgt, dass diese Vielfalt in unserem Universum existiert!
sagt André Galli
Die Schönheit der Nacht: André Gallis Nachtwanderungen
In seiner Freizeit sucht André Galli nach Ruhe. Der Naturliebhaber will seine Umwelt, insbesondere die Tier- und Pflanzenwelt anders wahrnehmen: Deshalb unternimmt er Nachtwanderungen in abgelegenen Gebieten in der ganzen Welt. „Das Besondere an den Nachtwanderungen ist die Stille und das Zurücktreten aus dem Tag“, erklärt André Galli. Dabei fällt ihm die Schönheit der Natur jedes Mal von Neuem auf. Während seiner nächtlichen Touren erlebt der 47-Jährige ungewöhnliche und seltene Naturschauspiele. Diese betrachtet er als Wunder der Schöpfung.
Wunder: Regenbogen bei Nacht
Ein Beispiel ist ein Vollmondregenbogen, den André vor etwa zwanzig Jahren bei einer einsamen Wanderung in Wales beobachten durfte. Dieses seltene Phänomen entsteht nur in Vollmondregennächten, bei Mondlicht und wenn fast keine Lichtverschmutzung vorliegt.