Das landeskirchliche Klimaschutzgesetz will die Klimaneutralität bis 2040. Ist das zu ehrgeizig?
Siglinde Hinderer: Es ist eine Herausforderung, dieses Ziel zu erreichen, aber es ist machbar. Seit 2005 haben wir den Energieverbrauch um 35 Prozent gesenkt und den CO²-Ausstoß auf die Hälfte heruntergebracht. Wir müssen bewusst dranbleiben, weiter die Verbräuche mit dem Energiemanagement senken und unsere Gebäude klimagerecht umbauen. Mir macht Hoffnung, dass es schon um die 500 Photovoltaik-Anlagen auf den Dächern kirchlicher Gebäude gibt: Wir produzieren ein Viertel unseres Stromes selbst. Bei denkmalgeschützten Objekten ist die energetische Sanierung ungleich schwerer, aber auch da kann man Lösungen finden. Manche Gemeinden nutzen im Winter zeitweise ihre Kirche nicht für Gottesdienste, weil das zu viel Heizenergie kostet; stattdessen trifft man sich zur Winterkirche im Gemeindehaus. Vor Ort gilt es, gute Lösungen zu finden.
Wo fängt man an mit dem Klimaschutz?
Siglinde Hinderer: Jeder Einzelne hat Möglichkeiten, weil Klimaschutz alle täglichen Situationen betrifft. Man kann sich zum Beispiel fragen: Nehme ich zur Arbeit den ÖPNV oder fahre ich mit dem PKW? Oder mit dem Rad zum Einkaufen? Beim Einkauf kann man nachhaltige, regionale Produkte bevorzugen. Bei Mode ist die Frage: Trage ich „Fast Fashion“ oder beziehe ich meine Kleidungsstücke aus dem fairen Handel, repariere ich sie und trage sie lange? Eine Frage ist auch: Was esse ich? Muss es immer Fleisch sein? Woher kommt es, woher das Gemüse? Am besten ist es, sich eine Sache herauszugreifen und das mal ein, zwei Wochen auszuprobieren. Es gibt noch so viele Möglichkeiten, zum Beispiel, wenn sich Menschen zusammenschließen und gemeinsam gärtnern, Lebensmittel retten oder ein Reparaturcafé anbieten.
Das ganze Interview mit Siglinde Hinderer lesen Sie im Gemeindeblatt Nr. 35. Erhältlich als pdf auch im Gemeindeblatt-Online-Shop.