Der Impuls aus dem Umfeld, mit solchen Problemen sich doch „an eine gute Freundin“ zu wenden, sei nicht immer hilfreich, weiß Susanne Dörrich. „Freunde sind oft selbst gefühlsmäßig involviert, sie haben ihre eigene Geschichte mit solchen Themen.“ Hinzu kommt, dass in der Gesellschaft viele Vorstellungen und Ideale kursieren, die mit der Realität, etwa der einer jungen Mutter, nur wenig zu tun haben. „Bei vielen entsteht Scham, weil man die Situation scheinbar nicht gut hinkriegt“, sagt Claudia Brendel, Leiterin der Schwangeren- und Schwangerschaftskonfliktberatung in Nürtingen.
Die sozialen Medien vermitteln ein falsches Bild davon, was es heißt, Frau und Mutter zu sein
sagt Susanne Dörrich
Im Beratungsgespräch geht es darum, Mut zu schöpfen und sich bewusst zu fragen: Wie geht es mir damit? Was sind meine Bedürfnisse? Oft sind es aber auch ganz praktische Sorgen, die die betroffenen Paare beschäftigen. So sei es zunehmend schwierig, eine Hebamme oder einen Gynäkologen zu finden, bestätigt Claudia Brendel. Das heißt, die gesundheitliche Fürsorge ist oft nicht mehr gewährleistet. Umso wichtiger, dass auch Ärzte mehr auf die Beratungsstellen hinweisen, betonen die Verantwortlichen.
Wir wollen solche Themen aus der Tabuzone holen
sagt Claudia Brendel