Hamburg, das ist Hafen, Speicherstadt, Binnen- und Außenalster, Elbphilharmonie, St. Pauli. Orte, an denen das Leben pulsiert. Doch Hamburg ist auch die Stadt mit dem größten Parkfriedhof der Welt: dem Ohlsdorfer Friedhof. Inmitten von Rhododendren, Bäumen und Rosen, neben Teichen, Kunstdenkmälern und zwischen 12 Kapellen kann man zur Ruhe kommen, die Parklandschaft sowie die friedliche Atmosphäre auf sich wirken lassen. Oder Themenparks besuchen, wie den Garten der Frauen, in dem bedeutende Frauen begraben sind. Oder man sucht Gräber von bekannten Persönlichkeiten. Loki und Helmut Schmidt, James Last, Inge Meysel, Heinz Erhardt: Sie und viele weitere haben hier ihre letzte Ruhestätte. Nach dem Vorbild englischer Parks angelegt und 1877 eröffnet, sollte dieser Friedhof dafür sorgen, dass es nie wieder Platznot auf Hamburgs Friedhöfen gibt.
Kilchberg war der letzte Wohnort des Schriftstellers und Literaturnobelpreisträgers Thomas Mann. Der Ort liegt am Zürich-See und grenzt unmittelbar an die größte Stadt der Schweiz. Hier und nicht etwa in Lübeck liegt Thomas Mann begraben. In einem Familiengrab mit beinahe allen seinen Kindern wurde er auf dem dortigen Friedhof 1955 bestattet. Wie Satelliten um einen Fixstern sind die Grabplatten von Erika, Monika, Elisabeth und Michael Mann um den großen Quader des gefeierten Autors und seiner Ehefrau Katia verteilt – ein Spiegelbild des Lebens der Familie Mann. Nur Sohn Golo ließ sich demonstrativ am anderen Ende des Höhenfriedhofs begraben, auf dem auch der Schriftsteller Conrad Ferdinand Meyer seine letzte Ruhestätte fand.
Christiansfeld liegt im Süden Dänemarks, zwischen Haderslev und Kolding, nahe der Ostseeküste. Die Herrnhuter Brüdergemeine gründete die Stadt 1773 mit königlicher Erlaubnis von Christian VII. Heute zählt sie zum Unesco-Weltkulturerbe. Neben Honigkuchen und Herrnhuter Sternen beeindruckt besonders der „Gottesacker“, der Friedhof der Gemeinde. Wie die Stadt selbst folgt auch er einem streng geometrischen Muster. Flache, einheitliche Grabsteine reihen sich ohne Prunk und Hierarchie aneinander. Diese schlichte Gestaltung spiegelt ein tiefes theologisches Prinzip wider: Vor Gott sind alle Menschen gleich. Die Herrnhuter praktizieren diese Bestattungsform bis heute als Ausdruck ihres Glaubens und ihrer Gemeinschaft. Der Gottesacker bietet nicht nur Ruhe, sondern zieht auch Touristen an. Viele Dänemark-Besucher kommen, um diese besondere Atmosphäre zu erleben.