Gottesdienste sind für Detlef Pollack, der seit Jahren über die Entwicklung von Religiosität und Kirchenbindung in Deutschland forscht, nach wie vor die zentrale Mitte für Glaubensvermittlung und Religion. Wie Untersuchungen zeigten, habe Religion nur dann eine Zukunft, wenn sie kirchlich verortet ist.
Ursachen für den Bedeutungsverlust von Religion und Kirche:
Bei den „großen Fragen des Lebens” wie Hoffnung, Trost, Barmherzigkeit oder Vergebung könne die Kirche jedoch immer noch Orientierungen geben.
Vor einem Rückzug hinter die Kirchenmauern warnte Pfarrer Eckehard Möller (Dresden), Vorsitzender des Verbands deutscher Pfarrervereine. Kirche müsse sich auch in politischen Diskussionen immer mit der Frage zu Wort melden, „was würde Jesus heute sagen”.
Der Einsatz von KI könne für die Pfarrer keine Entlastung sein, sagte Pfarrer Ulrich Dreesman, Vorsitzender des Württembergischen Pfarrvereins auf einer Pressekonferenz. Denn Seelsorge sei ohne persönlichen Kontakt nicht möglich. Der Beamtenstatus der Pfarrer und Pfarrerinnen sollte Dreesman zufolge nicht in Frage gestellt werden. Diese Anstellungsform habe sich für den Pfarrdienst bewährt. Der Beamtenstatus gebe den Pfarrern die nötige Freiheit und Unabhängigkeit für ihren Dienst, der nicht vergleichbar mit einem kündbaren „Job” bei einem Arbeitgeber sei, ergänzte Bischof Gohl.