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Zugunglück

Bischöfe erschüttert vom Zugunglück bei Riedlingen

Landesbischof Ernst-Wilhelm Gohl und der Bischof Klaus Krämer haben den Opfern und Angehörigen des Zugunglücks in Oberschwaben ihren Beistand zugesagt. Ein Gedenkgottesdienst findet am 1. August statt. Von epd

Brennende Teelichter im Dunkeln
Unsplash/Zoran Kokanovic

Landesbischof Gohl trauert

Die Bischöfe in Württemberg trauern um die Opfer des Zugunglücks bei Riedlingen. Er bitte Gott um seinen Beistand und bete für alle Betroffenen, sagte der evangelische Landesbischof Ernst-Wilhelm Gohl am Sonntagabend. Er bete auch für diejenigen, die den Opfern helfen und ihnen zur Seite stehen.

Aufruf zum Gebet

Auch der katholische Bischof Klaus Krämer ruft zum Gebet für die Zugunglücksopfer auf. In einer am Montag veröffentlichten Videobotschaft sagt er: „Wir alle sind tief erschüttert von dem tragischen Zugunglück. Unsere Gedanken und Gebete sind bei den Todesopfern und deren Angehörigen.” Der Bischof bittet um das Gebet für alle Verletzten und Schwerverletzten. Sein besonderer Dank gilt den Unfall- und Notfallseelsorgern. Auch Ministerpräsident Winfried Kretschmann (Grüne) dankte „allen Einsatzkräften und Helferinnen und Helfern, die sich mit unermüdlichem Einsatz um die Versorgung der Betroffenen kümmern”.

Tote und Schwerverletzte

Am frühen Sonntagabend ist auf der Fahrt von Sigmaringen nach Ulm ein Regionalexpress aus zwei Triebwagen entgleist. Durch das Unglück starben der Lokführer, ein weiterer Mitarbeiter der Zuggesellschaft und ein Reisender. Mindestens 41 Menschen wurden verletzt, darunter mehrere schwer.

Zugstrecke bleibt vorerst gesperrt

Nach aktuellem Stand lief an der Unglücksstelle zwischen Riedlingen und Munderkingen nach Starkregen ein Abwasserschacht über. Das Wasser löste an der Böschung neben der eingleisigen Strecke einen Erdrutsch aus, der zur Entgleisung führte. Der Bahnverkehr bleibt eingestellt, es gibt einen Schienenersatzverkehr mit Bussen

Notfallseeslorger unterstützen vor Ort

Mit den Rettungskräften sind auch 16 Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter der ökumenischen Notfallseelsorge an den Unfallort gekommen. Wichtig für ihre Arbeit seien vor allem viel Zeit, Empathie und die Weitergabe aktueller Informationen, sagte der katholische Diakon Thomas Lerner von der ökumenischen Notfallseelsorge im Landkreis Biberach laut einer Mitteilung der Evangelischen Landeskirche in Württemberg.

Wir nehmen die betroffenen Menschen mit ihren Sorgen und Gefühlen in solchen Krisen- und Notfallsituationen sehr ernst.

sagt Thomas Lerner

Kontakt zur Notfallseelsorge

Das Team der Notfallseelsorge wird für etwa fünf bis acht Tage für weitergehende Gespräche zur Verfügung stehen.

Informationen gibt es auf der Homepage. Erreichbar sind die Seelsorgenden unter der Telefonnummer 07352-9223997.

Auf Augenhöhe versuchten die Mitarbeiter, Sicherheit und Orientierung zu geben. Ein Gespräch könne je nach persönlicher Situation und Betroffenheit von einigen Minuten bis mehrere Stunden dauern. Meist seien die Gespräche unmittelbar nach solchen Ereignissen eher kurz. In der Regel stünden der Informationsbedarf und die Frage nach dem Wohlergehen von Angehörigen im Vordergrund. Die Zusammenarbeit sei von großer Ruhe, Sorgfalt, Professionalität und großem Engagement geprägt, sagte Leiner. 

Gedenkgottesdienst in Zwiefalten

Die Diözese Rottenburg-Stuttgart und die Evangelische Landeskirche in Württemberg laden am Freitag, 1. August, um 11 Uhr zu einem ökumenischen Gedenkgottesdienst in das Münster Unserer Lieben Frau in Zwiefalten ein. Klaus Krämer und Ernst-Wilhelm Gohl werden ihn gemeinsam zelebrieren.