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Klimawandel

„Brot für die Welt“ warnt: Klimahilfen erreichen ärmste Länder nicht

Die besonders stark vom Klimawandel betroffenen Länder erhalten laut „Brot für die Welt“ zu wenig Geld, um sich an die Folgen der Erderwärmung anzupassen. Es brauche nicht nur mehr Hilfen und vor allem eine gerechtere Verteilung. Von epd

Auf der Fotomontage zum Thema Klimawandel ist rechts die Erdkugel aus großer Distanz zu sehen. Links ist ein Thermometer im roten Bereich zu sehen.
Unsplash+/TSD Studio

„Brot für die Welt“ kritisiert ungerechte Verteilung der Klimahilfen

Die am stärksten von der Klimakrise betroffenen Länder erhalten laut „Brot für die Welt“ im internationalen Vergleich deutlich zu wenig Finanzhilfe bei der Anpassung an die Erderwärmung.

Wir brauchen nicht nur mehr Mittel, sondern eine wesentlich gerechtere Verteilung.

sagte Sabine Minninger von „Brot für die Welt“

Minninger ist Klimaexpertin der evangelischen Hilfsorganisation. Am 15. Oktober stellte sie den Klima-Anpassungsindex 2026 vor. 92 der 129 untersuchten Länder seien gemessen an ihrem jeweiligen Klimarisiko unterfinanziert. Zugleich wachse durch immer mehr Kredite für Klimaschutzmaßnahmen die Gefahr einer Verschuldung.

Die vier am stärksten unterfinanzierten Länder sind laut „Brot für die Welt“:

  • Afghanistan
  • der Tschad
  • Südsudan
  • Somalia

Analyse auf Basis von EU- und OECD-Daten

Insgesamt lebten rund 6,3 Milliarden Menschen in Ländern, wo das Geld für Klimaanpassungsmaßnahmen fehlt. Mit dem Index analysiert „Brot für die Welt“ zum vierten Mal, wie gerecht die Hilfsgelder der Industrieländer für die Klimaanpassung verteilt werden – gemessen am Klimarisiko und der Bevölkerungsgröße der Empfängerländer. Dafür wurden EU-Daten zum Klimarisiko in den Ländern mit Angaben der Organisation für wirtschaftliche Zusammenarbeit und Entwicklung (OECD) kombiniert.

Index untersucht erstmals die Finanzierung von Klimaschutz

Für 2026 untersuchte der Index erstmals die Art der Finanzierung bei Klimaschutzmaßnahmen – und attestiert eine langfristige Verschiebung von Zuschüssen hin zu Krediten. Finanzzuschüsse sanken demnach von knapp 58 Prozent im Jahr 2016 auf rund 45 Prozent 2023. Im gleichen Zeitraum wurden Gelder zunehmend als Kredite bereitgestellt.

Klimaanpassung auf Pump belastet besonders verletzliche Länder doppelt.

kritisierte Sabine Minninger

Appell an Bundesregierung vor der Weltklimakonferenz in Antalya

Neben dem Umgang mit Klimafolgen müssten diese Länder zusätzliche Schuldenlasten stemmen. Mit Blick auf die im November in Antalya beginnende Weltklimakonferenz appellierte die „Brot für die Welt“-Klimaexpertin an die Bundesregierung, mehr Gelder für die internationale Klimafinanzierung bereitzustellen.