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Klimaaktivist

Christians 4 Future: Georg Sauerwein im Einsatz für Klimagerechtigkeit und Schöpfung

Als Klimaaktivist bei „Christians 4 Future” setzt sich Georg Sauer­wein für die Umwelt und für soziale Gerechtigkeit ein. Sein Engagement ist geprägt von Glaube, Nächstenliebe und Hoffnung. Von Ingrid Bonfert und Andreas Steidel

Pressebild/Christians 4 Future

Wie Trump Georg Sauerwein zum Klimaaktivisten machte

Georg Sauerweins Engagement für Klimagerechtigkeit begann vor fast zehn Jahren. Die erste Wahl von Donald Trump zum US-Präsidenten im Jahr 2016 war ein einschneidendes Erlebnis, das Sauerwein wachgerüttelt hat. Er musste entsetzt feststellen: „Es wurde ein Typ gewählt, der nicht nur den Klimawandel leugnet, sondern alles daransetzt, um den Klimawandel zu beschleunigen.“ Ab diesem Zeitpunkt war für ihn klar, dass er sich stärker für den ­Klimaschutz engagieren muss.

Ich hätte es nicht mit meinem Gewissen vereinbaren können, wenn ich nicht aktiv geworden wäre

sagt Georg Sauerwein

privat
Klimaaktivist Georg Sauerwein

Sauerweins Engagement „Christians 4 Future“

Also begann er sich bei „Christians 4 Future” (Christen für die Zukunft) zu engagieren. Er sieht sich und seine Mit-Aktivisten in der Rolle als Anwälte für an den Rand gedrängte Menschen. „Dieser Gerechtigkeitsansatz war für mich schon immer der richtige Weg, wie ich meinen Einsatz für ­Klimaschutz gesehen habe.“ Die Entscheidung „Christians 4 Future” ergab sich für ihn als Christ auto­matisch.

Wenn ich das Prinzip der Nächstenliebe konsequent leben will, dann muss ich mich für meinen Nächsten einsetzen und dann muss ich mich auch gegen Strukturen einsetzen, die meinem Nächsten schaden

sagt Georg Sauerwein

Fokus auf Hoffnung und Gemeinschaft bei „Christians 4 Future”

Der Theologe gestaltet das Programm von „Christians 4 Future”, schreibt ­Andachten zu Umwelt­themen und hält Vorträge. Auf dem Kirchentag in Hannover hat er einen Workshop mit dem Titel „Mutig, stark und beherzt für Klimagerechtigkeit – wie kann ich mich einsetzen?“ geleitet.

Für den 36-Jährigen ist es wichtig, im Kampf gegen den Klimawandel auch kleine Erfolge zu sehen und wert­zuschätzen. „Eine gut organisierte Veranstaltung, wo Menschen mit dem gleichen Ziel zusammenkommen, ist auch schon ein Erfolg.“ Menschen miteinander zu vernetzen, ist eine seiner Stärken.

Für die Schwächsten in der Klimakrise kämpfen

Für Georg Sauerwein ist es eine ­Herzensangelegenheit, besonders verletzliche Gruppen in der Klima­krise zu schützen. Dazu gehören neben obdachlosen Menschen auch Saisonarbeitskräfte in der Landwirtschaft und ältere Menschen, die in Großstädten leben. Seine größte Sorge ist, dass gerade durch die ­Klimakrise Menschenrechte verschwinden.

6 Tipps für einen nachhaltigen Lebensstil

Auf die Ernährung kommt es an

Weniger Fleisch bedeutet weniger CO²-Ausstoß. Rund ein Fünftel der weltweiten Treibhausgasemissionen gehen auf Tierhaltung zurück. Die Deutschen essen 52 Kilo Fleisch pro Kopf und Jahr. Das ist etwa doppelt so viel, wie die Deutsche Gesellschaft für Ernährung empfiehlt. Wer den Gemüseanteil erhöht, lebt gesünder. Stammen die Produkte aus der Region oder dem eigenen Garten (beziehungsweise Balkon!), schont auch das die Umwelt.

Bahn statt Flugzeug beim Reisen

Wer in die Bahn steigt statt ins Flugzeug, trägt zum Klimaschutz bei. Das gilt vor allem für kürzere Distanzen, die ja auch problemlos mit dem Zug zu bewältigen sind: Innerhalb von Deutschland und vielfach auch Europa muss man wahrlich nicht fliegen. Viele Menschen fahren mit dem Auto in den Urlaub: Auch sie können zum Umweltschutz beitragen, indem sie am Urlaubsort häufiger mal den PKW stehen lassen oder auf Bus und Bahn umsteigen. Viele ­Gästekarten (Schwarzwald, Schwäbische Alb) machen das heute kostenlos möglich.

Umweltfreundliche Körperpflege wählen

Man kann eine halbe Stunde duschen oder auch nur ein paar Minuten. Am Ende sind kürzere Einheiten nicht nur umweltschonender, sondern auch erheblich günstiger in der Nebenkostenabrechnung. Auch bei Körperpflegeprodukten gibt es große Unterschiede: Herkömmliche Duschgels enthalten oft Mikroplastik, Gesichtscremes Palmöl, Deos Alu­minium, Aftershaves synthetischen ­Moschus. All das kann man längst auch ohne diese Zusatzstoffe bekommen.

Wenn möglich unverpackt und mehrweg

Alles ist verpackt, eingeschweißt, Getränke werden in Plastikgebinden und Plastikflaschen abgegeben. Die Welt droht im Plastikmüll zu er­sticken, eine Trendwende ist nicht wirklich in Sicht. Wer der Umwelt helfen will, nimmt lieber Glasflaschen und lässt sich seine Lebensmittel, wenn möglich, in Tupperschüsseln abfüllen. Auch im Stehcafé ist die Tasse besser als der Pappbecher, zumal der oft auch noch Reste eines Kunststoffgemischs enthält. Wer sein Getränk unbedingt mitnehmen will, kann sich einen Mehrweg-to-go-Becher zulegen.

Das Auto stehen lassen

Vor allem Kurzstrecken können oft problemlos in einen Spaziergang umgewandelt werden. Das hilft dem Menschen, der Natur und dem Fahrzeug. Für mittellange Wege ist das Fahrrad eine Alternative, in Zeiten der E-Bikes kommt man damit selbst in hügeligen Gegenden ohne allzu große Schwierigkeiten ans Ziel. ­Bewegt man das Auto doch, kann man durch den Fahrstil und eine gute Streckenplanung zum Umweltschutz beitragen.

Einkäufe hinterfragen spart auch Geld

Wer alles online im Versandhandel bestellt und keine weiten Wege zum nächsten Laden fahren muss, schont die Umwelt – sollte man meinen. Doch das ist nur die halbe Wahrheit: Denn tatsächlich ist der Umweltverbrauch im E-Commerce nicht un­erheblich, vor allem dann, wenn die Ware mehrfach hin- und hergeschickt wird, etwa weil unterschiedliche Kleidergrößen bestellt wurden. Will man besonders nachhaltig sein, dann sollte man ab und an auch eine abschlägige Kaufentscheidung in ­Erwägung ziehen: Vielleicht braucht man das gewünschte Produkt ja doch nicht. Hin und wieder verzichten entlastet den Geldbeutel, die Umwelt und die Ablage.