Georg Sauerweins Engagement für Klimagerechtigkeit begann vor fast zehn Jahren. Die erste Wahl von Donald Trump zum US-Präsidenten im Jahr 2016 war ein einschneidendes Erlebnis, das Sauerwein wachgerüttelt hat. Er musste entsetzt feststellen: „Es wurde ein Typ gewählt, der nicht nur den Klimawandel leugnet, sondern alles daransetzt, um den Klimawandel zu beschleunigen.“ Ab diesem Zeitpunkt war für ihn klar, dass er sich stärker für den Klimaschutz engagieren muss.
Ich hätte es nicht mit meinem Gewissen vereinbaren können, wenn ich nicht aktiv geworden wäre
sagt Georg Sauerwein
Auf die Ernährung kommt es an
Weniger Fleisch bedeutet weniger CO²-Ausstoß. Rund ein Fünftel der weltweiten Treibhausgasemissionen gehen auf Tierhaltung zurück. Die Deutschen essen 52 Kilo Fleisch pro Kopf und Jahr. Das ist etwa doppelt so viel, wie die Deutsche Gesellschaft für Ernährung empfiehlt. Wer den Gemüseanteil erhöht, lebt gesünder. Stammen die Produkte aus der Region oder dem eigenen Garten (beziehungsweise Balkon!), schont auch das die Umwelt.
Bahn statt Flugzeug beim Reisen
Wer in die Bahn steigt statt ins Flugzeug, trägt zum Klimaschutz bei. Das gilt vor allem für kürzere Distanzen, die ja auch problemlos mit dem Zug zu bewältigen sind: Innerhalb von Deutschland und vielfach auch Europa muss man wahrlich nicht fliegen. Viele Menschen fahren mit dem Auto in den Urlaub: Auch sie können zum Umweltschutz beitragen, indem sie am Urlaubsort häufiger mal den PKW stehen lassen oder auf Bus und Bahn umsteigen. Viele Gästekarten (Schwarzwald, Schwäbische Alb) machen das heute kostenlos möglich.
Umweltfreundliche Körperpflege wählen
Man kann eine halbe Stunde duschen oder auch nur ein paar Minuten. Am Ende sind kürzere Einheiten nicht nur umweltschonender, sondern auch erheblich günstiger in der Nebenkostenabrechnung. Auch bei Körperpflegeprodukten gibt es große Unterschiede: Herkömmliche Duschgels enthalten oft Mikroplastik, Gesichtscremes Palmöl, Deos Aluminium, Aftershaves synthetischen Moschus. All das kann man längst auch ohne diese Zusatzstoffe bekommen.
Wenn möglich unverpackt und mehrweg
Alles ist verpackt, eingeschweißt, Getränke werden in Plastikgebinden und Plastikflaschen abgegeben. Die Welt droht im Plastikmüll zu ersticken, eine Trendwende ist nicht wirklich in Sicht. Wer der Umwelt helfen will, nimmt lieber Glasflaschen und lässt sich seine Lebensmittel, wenn möglich, in Tupperschüsseln abfüllen. Auch im Stehcafé ist die Tasse besser als der Pappbecher, zumal der oft auch noch Reste eines Kunststoffgemischs enthält. Wer sein Getränk unbedingt mitnehmen will, kann sich einen Mehrweg-to-go-Becher zulegen.
Das Auto stehen lassen
Vor allem Kurzstrecken können oft problemlos in einen Spaziergang umgewandelt werden. Das hilft dem Menschen, der Natur und dem Fahrzeug. Für mittellange Wege ist das Fahrrad eine Alternative, in Zeiten der E-Bikes kommt man damit selbst in hügeligen Gegenden ohne allzu große Schwierigkeiten ans Ziel. Bewegt man das Auto doch, kann man durch den Fahrstil und eine gute Streckenplanung zum Umweltschutz beitragen.
Einkäufe hinterfragen spart auch Geld
Wer alles online im Versandhandel bestellt und keine weiten Wege zum nächsten Laden fahren muss, schont die Umwelt – sollte man meinen. Doch das ist nur die halbe Wahrheit: Denn tatsächlich ist der Umweltverbrauch im E-Commerce nicht unerheblich, vor allem dann, wenn die Ware mehrfach hin- und hergeschickt wird, etwa weil unterschiedliche Kleidergrößen bestellt wurden. Will man besonders nachhaltig sein, dann sollte man ab und an auch eine abschlägige Kaufentscheidung in Erwägung ziehen: Vielleicht braucht man das gewünschte Produkt ja doch nicht. Hin und wieder verzichten entlastet den Geldbeutel, die Umwelt und die Ablage.