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Landtagswahl in Sachsen-Anhalt

Christliche Kirchen mahnen AfD zur Wahrung der Menschenwürde

Nach der Wahl in Sachsen-Anhalt wollen die Kirchen die Politik der AfD in dem Bundesland kritisch begleiten und „nicht schweigen, wenn die Würde des Menschen verletzt, unsere Demokratie aufs Spiel gesetzt oder der Rechtsstaat ausgehöhlt wird“. Von epd

Eine Wahlurne mit einem Schlitz oben: Eine Person wirft ihren Wahlzettel in den Schlitz. Eine andere Person hält ein Schild mit der Aufschrift „Landtagswahl” in der Hand.
epd-bild/Paul-Philipp Braun

Kirchen mahnen nach AfD‑Wahlerfolg zur Einhaltung des Grundgesetzes

Die christlichen Kirchen in Deutschland haben nach dem AfD-Wahlerfolg in Sachsen-Anhalt ihre Sorge um den sozialen Frieden und das Miteinander in dem Bundesland geäußert. Am Montag veröffentlichten sie eine gemeinsame Stellungnahme der Ratsvorsitzenden der Evangelischen Kirche in Deutschland (EKD), Bischöfin Kirsten Fehrs, des Vorsitzenden der katholischen Deutschen Bischofskonferenz, Bischof Heiner Wilmer, sowie des Vorsitzenden der Arbeitsgemeinschaft Christlicher Kirchen in Deutschland (ACK), Reverend Christopher Easthill.

Wir fordern die Wahlsieger auf, die Landesverfassung sowie das Grundgesetz uneingeschränkt zu achten und die Würde aller Menschen unabhängig von Herkunft, Religion, Lebensweise, Leistung oder Position zu wahren.

heißt es in einer Stellungnahme

Kirchen kündigen kritische Begleitung der neuen Landesregierung an

Zum Abschneiden der AfD in Sachsen-Anhalt als mit deutlichem Abstand stärkste Partei erklärten die Spitzen der christlichen Kirchen in Deutschland: „Schlimme Befürchtungen sind wahr geworden, aber das Ergebnis ist zu akzeptieren.“ Die Kirchen seien der Botschaft des Evangeliums und dem christlichen Menschenbild verpflichtet. „Aus dieser Verpflichtung heraus werden wir das politische Handeln der künftigen Landesregierung genau beobachten und kritisch begleiten”, hieß es.

Wir werden nicht wegsehen und wir werden nicht schweigen, wenn die Würde des Menschen verletzt, unsere Demokratie aufs Spiel gesetzt oder der Rechtsstaat ausgehöhlt wird.

sagten Kirsten Fehrs, Heiner Wilmer und Christopher Easthill

In ihrer Stellungnahme fügten die Hamburger Bischöfin Fehrs, der Münsteraner Bischof Wilmer und der anglikanische Theologe Easthill hinzu: „Denn immer geht es um Menschen, die unter Druck geraten, bedroht oder ausgegrenzt werden. Wir werden auch weiterhin alles, was unsere Demokratie trägt, unterstützen und zum Zusammenhalt der Gesellschaft beitragen.”

Wahlergebnis zeigt Vertrauensverlust – Kirchen mahnen, Unzufriedenheit ernst zu nehmen

Das Landtagswahlergebnis vom Sonntag zeige, „wie groß die Unzufriedenheit und der Vertrauensverlust ist. Das ist ernst zu nehmen”, räumen Fehrs, Wilmer und Easthill ein. Unverändert bleibe aber, wie viele hunderttausend Menschen sich in „Sachsen-Anhalt und bundesweit Tag für Tag umeinander kümmern, Verantwortung übernehmen und unser Gemeinwesen tragen”.