Bei „Cycling Trumpet“ mitmachen durfte jeder, der wollte: für einen Tag oder für die gesamte Strecke, nur auf dem Fahrrad oder auch in dem spontanen Posaunenchor vor den Kirchen. „Es gibt zwei Mitfahrer, die nach 30 Jahren Pause nun extra wieder kräftig Trompete üben, um auch bei den Kirchen mitspielen zu können“, erzählte Thomas Hasenmaier, der von Beruf Bankbetriebswirt ist. Ein Mann wird sogar sein Sousafon, eine Art Tuba, auf einen Anhänger schnallen und eine ausgewählte Etappe mitfahren.
Zehn Tage ohne Pause für die Regeneration – das war selbst für den Hobby-Triathleten eine sportliche Herausforderung. Deshalb hat er seit mehr als zwei Monaten jeweils zehn Stunden in der Woche mit einem ausgefeilten Trainingsplan trainiert. Diesen Trainingsplan hat sein Freund, ein Sportwissenschaftler, speziell für ihn erstellt.
Herausfordernd war gleich der erste Tag der Tour, wo von Heimsheim bis nach Pfalzgrafenweiler insgesamt 1300 Höhenmeter überwunden werden mussten. Auch der 24. Juni, an dem es 94 Kilometer von Leinfelden bis nach Beilstein ging, sei anstrengend gewesen. Denn an diesem Tag waren neben den vielen Kilometern auch noch sieben musikalische Stopps an Kirchen geplant.
Extra für die Tour hat Hasenmaier eine Halterung für seine Trompete entwickelt: An einem Rückenprotektor aus einem Motorradfachgeschäft wurden mit 3D-Druck gefertigte Halterungen befestigt, die die Trompete fixieren.
Sollte ich stürzen, hätte ich zwar einen Blechschaden, aber die Trompete verletzt nicht meinen Rücken
erklärt Thomas Hasenmaier
Ziel von „Cycling Trumpet“ war, am 28. Juni pünktlich zum Start des 50. Landesposaunentags das Ulmer Münster zu erreichen und vor dem höchsten Kirchturm der Welt ein „Gloria sei dir gesungen“ zu spielen. Zu dieser Zeit werden rund 6.000 Bläserinnen und Bläser erwartet, die dann bei der Schlussveranstaltung am 29. Juni auf dem Münsterplatz gemeinsam musizieren werden.