Die Landeskirche muss Geld sparen
Die württembergische Landeskirche und ihr Parlament, die Landessynode muss Aufgaben abgeben, Projekte auslaufen lassen, sich von Immobilien trennen. Denn eine Milliarde Euro soll die Kirche innerhalb von zwölf Jahren sparen, so hat es die Synode im Herbst beschlossen. Das Geld wird für die Pensionen der Pfarrerinnen und Pfarrer sowie weiterer Kirchenbeamten benötigt. Hinzu kommen, wie Finanzdezernent Fabian Peters im Stuttgarter Hospitalhof erläuterte, die trüben wirtschaftlichen Aussichten und die sinkenden Mitgliederzahlen. So wird die Kirche weniger Kirchensteuern einnehmen.
Peters und Direktor Stefan Werner präsentierten den Synodalen nun die „Prioritätenliste“. Aus ihr geht hervor, in welchem Bereich kirchlich-diakonischer Arbeit wieviel gespart werden soll. Der Durchschnitt liegt bei 31 Prozent. Wird in einem Bereich weniger gespart, muss ein anderer Bereich stärker beschnitten werden.
In der Aussprache plädierten viele Synodale dafür, die Jugendarbeit zu schonen. 31 Prozent oder 1,2 Millionen Euro soll beispielsweise das evangelische Jugendwerk in Württemberg (EJW) erbringen – zuviel, sagten die Synodalen. Ohne Kinder und junge Menschen habe die Kirche keine Zukunft. Wobei, wie Mitglieder des Gesprächskreises „Offene Kirche“ betonten, auch außerhalb des EJW wertvolle Arbeit geleistet werde.
„Kirche für morgen“ möchte die vier Tagungshäuser der Landeskirche aufgeben. Letzeres dürfte schwierig sein, denn es soll keine betriebsbedingten Kündigungen geben. Läuft ein Zeitvertrag oder eine Projektstelle aus, so ist dies keine Kündigung.
Die Kirchenleitung will auch bei sich selbst sparen. So sollen rund 100 Stellen wegfallen und der Landesbischof sowie die Prälatinnen und Prälaten künftige keine eigenen Fahrer mehr haben. Außerdem würden Doppelstrukturen abgeschafft und vier Referatsleitungsstellen gestrichen. Ein Antrag des Gesprächskreises „Kirche für morgen“ sieht übrigens vor, die Prälaturen ganz aufzulösen und so eine Verwaltungsebene zu sparen.
Alle Anträge sind an die Ausschüsse der Synode verwiesen worden und werden dort geprüft. Während der Sommersynode, die am 4. und 5. Juli in Stuttgart stattfindet, sollen die Synodalen dann über die Anträge abstimmen. Dann wird die Konsolidierung des Haushalts konkreter.