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Diakonie

Diakonie Stetten: Schlaraffenland-Rhetorik greift fehl

Durch einheitliche digitale Prozesse werden Kommunen entlastet, ohne die Leistungen für Menschen mit Behinderungen zu kürzen, so die Diakonie Stetten. Von epd

Ein älter Mann (links) und ein jüngerer Mann mit Mütze (rechts)lachen sich an.
unsplash/Nathan Anderson

Diakonie warnt vor Kürzungen zulasten Menschen mit Behinderung

Die Aussagen von Stuttgarts Oberbürgermeister Frank Nopper (CDU) zu Einsparpotenzialen in der Eingliederungshilfe stoßen bei Dietmar Prexl, dem Vorstandsvorsitzenden der Diakonie Stetten, auf deutliche Kritik. Der richtige Hebel für Einsparungen bei den Kommunen liege nicht in Kürzungen zulasten von Menschen mit Behinderungen, sondern in modernen Prozessen, teilte die Diakonie Stetten in Kernen (Rems-Murr-Kreis) mit.

Die Diakonie Stetten

Mit rund 4.000 Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern gehört die im Jahr 1849 gegründete Diakonie Stetten zu den großen Trägern sozialer Dienstleistungen in Baden-Württemberg.

„Schlaraffenland“-Rhetorik sorgt für Unverständnis

Am 13. Januar hatte Nopper in der „Stuttgarter Zeitung” die finanzielle Lage der Städte und Gemeinden als Ende eines vermeintlichen „Schlaraffenlands” bezeichnet und dabei auch Angebote für Menschen mit Behinderungen in den Blick genommen. Die Wortwahl, so die Diakonie Stetten, reihe sich ein in eine Reihe zugespitzter Beiträge aus der kommunalen Politik Baden-Württembergs, darunter die Aussagen der Oberbürgermeister von Tübingen, Ludwigsburg, Schwäbisch Gmünd und Esslingen.

Portrait von Dietmar Prexl
epd-bild/Maks Richter
Dietmar Prexl, Diakonie Stetten

Kommunen durch digitale Abläufe entlasten

Prexl kritisiert diese Rhetorik deutlich: „Die Schlaraffenland-Metapher greift in dieser Debatte völlig fehl. Sie verschiebt den Blick weg von einem lösbaren Verwaltungs- und Strukturproblem hin zu einer Diskussion über vermeintliche Überversorgung.“ Die Lebensrealität der Betroffenen sei „weit von einem Schlaraffenland entfernt”. Teilhabe müsse verlässlich gesichert werden, gleichzeitig seien die Kommunen spürbar zu entlasten. Dies könne durch konsequenten Bürokratieabbau, klare Standards und durchgängigedigitale Prozesse geschehen. Bisher seien die Abläufe teils papierbasiert und uneinheitlich.

Wir sind bereit, sofort mit der Stadt Stuttgart an Standards, Vereinheitlichungen und digitalen Abläufen zu arbeiten

sagt Dietmar Pexl