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Landtagswahl in Sachsen-Anhalt

Diakonie wird zur Zielscheibe von rechtsextremer Hetze

Vor der Landtagswahl in Sachsen-Anhalt wächst die Sorge vor einer AfD-Regierung. Diakonie-Präsident Rüdiger Schuch berichtet von rechtsextremer Hetze. Von Christina Neuhaus

Das Foto zeigt ein AFD Wahlplakat von Ulrich Siegmund in Magdeburg. Daneben ist ein Wahlplakat des SPD-Spitzenkandidaten Armin Willingmann.
epd-bild/Thomas Nawrath

Diakonie-Präsident Rüdiger Schuch ruft die Wahlberechtigten in Sachsen-Anhalt zu einer wohlüberlegten Wahlentscheidung auf. „Ob die AfD sachlich überzeugende Antworten auf die großen Fragen hat, vor denen Sachsen-Anhalt und Deutschland stehen, muss jede Wählerin und jeder Wähler selbst entscheiden“, sagt Schuch. Vor der Wahl am 6. September führt in den Umfragen die AfD, die vom Landesverfassungsschutz als gesichert rechtsextremistisch eingestuft wird.

«Ich hoffe, dass sie sich genau überlegen, ob sie populistische Versprechen für vertrauenswürdig halten oder an Sachlösungen interessiert sind.

erklärt Diakonie-Präsident Rüdiger Schuch

Porträt von Rüdiger Schuch
epd-bild/Hans Scherhaufer
Diakonie-Präsident Rüdiger Schuch berichtet von Sorgen vor einer möglichen AFD-Regierung in Sachsen-Anhalt.

Diakonie-Präsident Schuch warnt vor Abwanderung bei AfD-Regierung

Schuch betonte, die Diakonie sei parteipolitisch neutral und gebe keine Wahlempfehlungen ab. Dennoch sei sie parteiisch für die Menschen, die sich dem Wohlfahrtsverband anvertrauen, und stehe zum diakonischen Auftrag und den christlichen Werten. Zudem sagt er, dass sich viele Menschen in Sachsen-Anhalt vor einer möglichen Regierungsübernahme der AfD sorgen. In diesem Falle würden viele Einwohnerinnen und Einwohner mit Einwanderungsgeschichte das Bundesland verlassen.

Das wäre nicht nur für sie persönlich eine Katastrophe, sondern auch für den Wirtschaftsstandort.

sagt Rüdiger Schuch

Eine Gruppe von Menschen aus verschiedenen Ländern sitzt gemeinsam an einem runden Tisch und schreibt auf Blätter. Links vorne im Bild steht ein Mann, der den Menschen etwas beizubringen scheint.
Unsplash+/Getty Images
Mitarbeitende der Diakonie erhalten immer wieder Hass in den Sozialen Medien.

Rechtsextreme Populisten bieten laut Schuch einfache Scheinlösungen

Zur Frage nach den Gründen für die aktuelle politische Stimmung sagt Schuch, viele Menschen seien verunsichert aufgrund von multiplen Krisen und Herausforderungen.

Rechtsextreme Populisten verschleiern gezielt ihre radikalen Vorhaben und bieten einfache Scheinlösungen an.

mahnt Diakonie-Präsident Schuch

 

Rechtsextreme Hetze gegen Diakonie-Einrichtungen 

Auch Einrichtungen der Diakonie seien immer wieder im Fokus von Rechtsextremisten, berichtet Schuch. Dies betreffe beispielsweise die Arbeit mit Migrantinnen und Migranten oder Menschen mit Behinderung. Mitarbeitende erlebten psychische Gewalt, insbesondere durch Hetzkampagnen. In den Sozialen Medien werden sie angegangen und bedroht.

Nicht wenige haben Angst und überlegen, ob sie durchhalten und ihren Familien das weiter zumuten sollen.

berichtet Rüdiger Schuch

Was ist „Demokratie leben!“?

Das Bundesprogramm „Demokratie leben!“ fördert zivilgesellschaftliches Engagement für ein vielfältiges und demokratisches Miteinander. Zudem unterstützt es Projekte, die sich gegen Radikalisierung, Extremismus und gesellschaftliche Polarisierung einsetzen.

Schuch kritisiert Kürzungen bei „Demokratie leben!“ und fordert Demokratieförderung

Angesichts der gesellschaftlichen Lage kritisierte der Präsident der Diakonie die geplanten Kürzungen beim Bundesprogramm „Demokratie leben!“. Schuch sagt, demokratisches Denken und Handeln müsse mehr denn je im Miteinander eingeübt und gelebt werden. Dafür seien Demokratieförderprogramme unverzichtbar.