Direkt zum Inhalt
Kirchentag in Düsseldorf

„Du bist kostbar”: Kirchentag 2027 setzt Zeichen für Menschlichkeit und Vielfalt

Der evangelische Kirchentag 2027 in Düsseldorf bekommt die Losung „Du bist kostbar”. Der rheinische Präses Thorsten Latzel sieht das als Aufruf, in jedem Menschen etwas Positives zu sehen.
Von Irene Dänzer-Vanotti (epd)

Von links: Der Düsseldorfer Oberbürgermeister Stephan Keller (CDU) und der Präses der Evangelischen Kirche im Rheinland Thorsten Latzel. Die beiden Männer halten ein magentafarbenes Schild in der Hand auf dem steht „Du bist kostbar Jes 43,4”. Die beiden Männer stehen auf einer Brücke im Hintergrund ist die Skyline von Düsseldorf zu sehen mit einem großen Turm.
epd-bild/Christoph Reichwein
Von links: Der Düsseldorfer Oberbürgermeister Stephan Keller (CDU) und der Präses der Evangelischen Kirche im Rheinland Thorsten Latzel.

Düsseldorf 2027: Kirchentag mit der Losung „Du bist kostbar“

Der 40. Deutsche Evangelische Kirchentag 2027 in Düsseldorf bekommt die Losung „Du bist kostbar” aus dem Buch Jesaja (Jes 43,4). Die Losung sei heute wegweisend, weil sie dazu aufrufe, in jedem Menschen das Positive zu sehen und nicht bei Kritik stehenzubleiben, sagte der Präses der gastgebenden rheinischen Landeskirche, Thorsten Latzel, in Düsseldorf. Der 40. Deutsche Evangelische Kirchentag wird vom 5. bis 9. Mai 2027 in der NRW-Landeshauptstadt stattfinden.

Die Losung solle daran erinnern, „dass jeder Mensch von Wert ist – unabhängig von Herkunft, Meinung oder Lebensweg”, sagte Kirchentagspräsident Torsten Zugehör bei der Übergabe der Losung an die Gastgeber in Düsseldorf.

Wir wollen uns fragen: Wie kostbar ist eigentlich jemand, der völlig anders denkt als ich?

sagt Kirchentagspräsident Torsten Zugehör

Der Kirchentag sei eine Bewegung von Menschen, die sich zuhören, aushalten und inspirieren würden. „Wenn wir das ernst nehmen, dann prägt das nicht nur Düsseldorf 2027, sondern auch den Umgang miteinander weit darüber hinaus”, sagte der Kirchentagspräsident.

Formate speziell für junge Erwachsene geplant

Der Düsseldorfer Oberbürgermeister Stephan Keller (CDU) betonte, die Losung passe auch zur Stadt, weil sie weltoffen sei und jeden einzelnen Menschen unabhängig von seiner Herkunft willkommen heiße. „Der Beitrag der Religionen zum Leben in dieser Stadt ist mir wichtig”, sagte er. Kritik von kirchenfernen Gruppen am Kirchentag sei inzwischen abgeebbt. Die Stadt unterstützt das Christentreffen mit sechs Millionen Euro.

Was ist der Kirchentag?

Gegründet wurde der Kirchentag 1949 als christliche Laienbewegung. Er findet in der Regel alle zwei Jahre statt und bringt Zehntausende Menschen in wechselnden deutschen Großstädten zusammen.

An Düsseldorfs Tradition von Weltoffenheit, sozialem Engagement und als Karnevalshochburg wolle der Kirchentag anknüpfen, sagte Thorsten Latzel. Das Treffen solle zudem europäisch und jugendlich werden: „Wir haben speziell für junge Erwachsene Formate entwickelt, die sowohl live als auch digital sind und internationale Beteiligung einschließen”, betonte der leitende Theologe der Evangelischen Kirche im Rheinland.

Generalsekretärin Jahn: Jeder Einzelne soll sich angesprochen fühlen

Die Generalsekretärin des Kirchentages, Kristin Jahn, verwies auf den Hintergrund der Botschaft aus dem biblischen Buch Jesaja, „Du bist kostbar in meinen Augen”. Es handele sich um einen Zuspruch Gottes an sein Volk.

Wir wollen mit dem Kirchentag dazu beitragen, dass sich jeder einzelne Mensch angesprochen und gemeint fühlt

sagt Kristin Jahn

Mit der Losung werde auch deutlich, „dass jeder Mensch erst in der Verbindung mit anderen und im Austausch zu sich selbst findet”, sagte Thorsten Latzel. Dabei stellte er auch einen Bezug zur „Stadtbild”-Debatte her. Der evangelische Theologe wandte sich dagegen, in Fremden zuerst problematische Menschen zu sehen: „Wir leben von einer gelingenden Integration und müssen selbstverständlich und positiv mit Verschiedenheit umgehen”, betonte er.