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Atomwaffenabwurf auf Hiroshima

EKD-Friedensbeauftragter: Atomwaffenfreie Welt muss das Ziel bleiben

Der evangelische Friedensbeauftragte Kramer fordert mehr internationales Engagement für eine wirksame Rüstungskontrolle – vor allem mit Blick auf Atomwaffen. Das Ziel einer atomwaffenfreien Welt dürfe nicht aufgegeben werden. Von epd

Bäume stehen um eine Ruine aus Beton herum. Die Kuppel des verfallenen Gebäudes ist aus Metall gefertigt.
Unsplash/Rap Dela Rea
Das „Friedensdenkmal” in Hiroshima erinnert an den Abwurf der Atombombe am 6. August 1945.

Hiroshima-Gedenktag: EKD-Friedensbeauftragter warnt vor wachsender atomarer Gefahr

Das Ziel einer atomwaffenfreien Welt sollte nach Ansicht des EKD-Friedensbeauftragten, Friedrich Kramer, auch angesichts aktueller Konflikte nicht vergessen werden. „Leider erleben wir derzeit wieder eine Zeit des nuklearen Aufrüstens”, erklärte der Friedensbeauftragte des Rates der Evangelischen Kirche in Deutschland (EKD) am Dienstag mit Blick auf den ersten Atombombenabwurf am 6. August 1945 auf die japanische Stadt Hiroshima.

Viele Atommächte modernisierten und erweiterten ihr Atomwaffenarsenal, betonte Kramer. „Das ist eine sehr bedenkliche Entwicklung.” Der Landesbischof der Evangelischen Kirche in Mitteldeutschland verwies auf den im Juni veröffentlichten Bericht des schwedischen Friedensforschungsinstituts Sipri, wonach es im Januar weltweit schätzungsweise knapp 12.200 nukleare Sprengköpfe gegeben habe und Staaten zunehmend auf Nuklearwaffen zur Landesverteidigung setzten.

Friedrich Kramer steht an einem Pult und spricht. Er steht vor einem lila Hintergrund.
epd-bild/Paul-Philipp Braun
Friedrich Kramer ist EKD-Friedensbeauftragter

Kramer fordert neue internationale Initiativen zur Rüstungskontrolle

„Das Ziel einer atomwaffenfreien Welt rückt damit in immer weitere Ferne”, kritisierte der Friedensbeauftragte. Er sprach sich dafür aus, neue Schritte zu einer wirksamen Rüstungskontrolle zu eröffnen. Nötig seien neue politische Initiativen und belastbare internationale Vereinbarungen, die Vertrauen schaffen und das Risiko eines atomaren Krieges verringern.

Auch wenn die sicherheitspolitischen und friedensethischen Dilemmata groß sind, dürfen wir das Ziel einer Welt ohne Atomwaffen nicht aufgeben

betonte Friedrich Kramer

Kramer forderte die Staatengemeinschaft auf, wieder Gespräche für eine nukleare Rüstungskontrolle aufzunehmen. Anfang des Jahres sei mit dem New-Start-Vertrag das letzte verbliebene Abkommen zur Begrenzung von Nuklearwaffen ausgelaufen. Auch die Folgekonferenz des Nuklearen Nichtverbreitungsvertrags (NPT) in New York sei im Frühjahr ergebnislos gewesen. Nötig sei „Mut, Wege zu mehr Vertrauen, Rüstungskontrolle und schrittweiser Abrüstung zu suchen”, mahnte der evangelische Theologe.

Was geschah am 6. und 9. August 1945 in Japan?

Am 6. und 9. August warfen die USA Atombomben auf die beiden japanischen Städte Hiroshima und Nagasaki. Es waren die ersten und einzigen Einsätze von Atomwaffen in einem Krieg. In Hiroshima wurden nach Angaben der Bundeszentrale für politische Bildung zwischen 90.000 und 120.000 Menschen sofort getötet oder erlagen bald darauf ihren Verletzungen. In Nagasaki starben zwischen 60.000 und 80.000 Menschen. Zudem starben Zehntausende in den folgenden Monaten und Jahren an den Folgen der Angriffe.