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EKD-Friedensbeauftragter kritisiert Trumps „Friedensrat"

Der EKD-Friedensbeauftragte Kramer warnt vor dem neuen „Friedensrat”: Das von US-Präsident Donald Trump vorgestellte Gremium untergräbt nach seiner Ansicht die Vereinten Nationen und setze statt auf Gerechtigkeit auf Macht, Geld und Einfluss. Von epd

Eine weiße Taube fliegt vor einem Hochhaus.
unsplash/Sunguk Kim
Die weiße Taube gilt als Symbol für den Frieden

Der Friedensbeauftragte des Rates der Evangelischen Kirche in Deutschland, Landesbischof Friedrich Kramer, hat den von US-Präsident Donald Trump eingesetzten „Friedensrat” kritisiert. Dieser sei bewusst als Konkurrenz zur UN konzipiert und solle den multilateralen, gerechtigkeitsorientierten Ansatz der Vereinten Nationen durch eine klar auf Macht, Geld und Einflussnahme basierende Struktur ersetzen, sagte der Bischof der Evangelischen Kirche in Mitteldeutschland (EKM) nach Angaben der Evangelischen Friedensarbeit vom Mittwoch auf einer Konferenz im pfälzischen Landau.

Ein solches Gremium, zumal ohne die Einbindung der aktuell in Kriegen und Konflikten betroffenen Gemeinschaften wie die Palästinenserinnen und Palästinenser im Gaza und ohne klare rechtliche Grundlage, dürfte kaum gerechten Frieden gestalten.

sagt Friedrich Kramer

Die „Konferenz für Friedensarbeit im Raum der EKD” tagt derzeit in Landau in der Pfalz. Sie kam im Januar 2009 zum ersten Mal zu ihrer jährlichen Tagung zusammen. Geleitet wird die Konferenz vom EKD-Friedensbeauftragten Kramer.

Solch ein Gremium werfe vielmehr Fragen nach echter Teilhabe und Anerkennung der Menschenwürde aller Beteiligten auf. Es sei im Moment fast unmöglich, friedenspolitische Überlegungen zur Weltlage anzustellen, „ohne gebannt Trumps Gebaren zu verfolgen”. Genau das bezwecke seine Politik der Brüche, der schnellen, unvorhersehbaren Wendungen.

Friedrich Kramer steht an einem Pult und spricht. Er steht vor einem lila Hintergrund.
epd-bild/Paul-Philipp Braun
Friedrich Kramer, Landesbischof der Evangelischen Kirche in Mitteldeutschland und Friedensbeauftragter der EKD

Kramer warnt vor Resignation

Mit Blick auf einen Vertrauensmangel in die internationale Politik warnte Kramer vor Resignation. Es sei erschreckend, dass die Verunsicherung der internationalen Ordnung nicht mehr nur von Staaten wie Russland oder China befördert würden, sondern auch vom bislang wichtigsten Partner Europas, den USA, sagte der Bischof. Als Beispiel nannte er Ankündigungen von Annexionen in Bezug auf Grönland oder Kanada, verbunden mit der Drohung von hohen Einfuhrzöllen bei Widerständen gegen diese US-Pläne.