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Fußball WM 2026

EKD-Sportbeauftragter kritisiert Kommerzialisierung der Fußball-WM 2026

Der evangelische Sportbeauftragte Latzel kritisiert eine kommerzielle Ausnutzung der WM. „Wir sollten uns dafür einsetzen, dass Fußball wieder Fußball sein kann und nicht politisch oder ökonomisch missbraucht wird”, betont er. Von Nora Frerichmann (epd)

Ein Fußball liegt auf einer grünen Wiese
Unsplash+/Unsplash+ Community

Die Fußball-Weltmeisterschaft sollte nach Ansicht des Sportbeauftragten der Evangelischen Kirche in Deutschland (EKD), Thorsten Latzel, nicht überhöht werden. „Wir sollten uns dafür einsetzen, dass Fußball wieder Fußball sein kann und nicht politisch oder ökonomisch missbraucht wird“, sagte Latzel dem Evangelischen Pressedienst mit Blick auf den WM-Auftakt am Donnerstag in Mexiko, Kanada und den USA. Er befürchte, dass „die kommerzielle Ausnutzung und die politische Inszenierung die Schönheit des Sports korrumpieren“.

Das Foto zeigt den EKD-Sportbeauftragten Thorsten Latzel, während er eine Rede hält.
epd-bild/Wilfried Meyer
Thomas Latzel ist Sportbeauftragter der EKD

Politische Instrumentalisierung: Kritik an FIFA und US-Regierung

Das Turnier werde von der FIFA „in unsäglicher Weise kommerzialisiert“, und die Trump-Regierung verletze Werte wie Fairness und Solidarität mit ihrer antidemokratischen Politik, kritisierte der Präses der Evangelischen Kirche im Rheinland.

Die Ticket-Preise grenzten viele Fans aus, und die Ausweitung des Turniers auf drei Länder und mehr Mannschaften sei ökologisch problematisch und belaste die Spieler. „Die US-Regierung zerstört gezielt demokratische Rechte und sät Hass und Spaltung statt Versöhnung“, kritisierte Latzel.

Warum die WM nicht überhöht werden sollte

Die WM „kann eine wunderschöne Gemeinschaftserfahrung im Sommer sein. Man darf sie aber auch nicht überhöhen“, betonte der Sportbeauftragte. In Deutschland und weltweit gebe es viele politische und soziale Spannungen, Kriege, Umbrüche in der Wirtschaft, Umweltprobleme, Demokratien unter Druck. „Eine WM löst das nicht einfach. Aber wir können vom Fußball viel mitnehmen.“

Fußball als Gemeinschaftserlebnis trotz globaler Spannungen

Millionen Menschen würden bei den Spielen gemeinsam fiebern, hoffen, feiern und trauern, sagte Latzel dem epd. Er selbst liebe „ein faires, respektvolles Miteinander, den sportlichen Wettkampf, die Leichtigkeit des Spiels – etwa wenn man nach einem Public Viewing mit den Fans aus anderen Ländern zusammen feiert“.

Bei dem Turnier gehe es auch um Fairness, Respekt, Verantwortung und Solidarität über Grenzen hinweg. Das seien wichtige ethische Impulse, die Sport und Glaube gemeinsam in einer polarisierten Gesellschaft vermitteln könnten.