Politische Instrumentalisierung: Kritik an FIFA und US-Regierung
Das Turnier werde von der FIFA „in unsäglicher Weise kommerzialisiert“, und die Trump-Regierung verletze Werte wie Fairness und Solidarität mit ihrer antidemokratischen Politik, kritisierte der Präses der Evangelischen Kirche im Rheinland.
Die Ticket-Preise grenzten viele Fans aus, und die Ausweitung des Turniers auf drei Länder und mehr Mannschaften sei ökologisch problematisch und belaste die Spieler. „Die US-Regierung zerstört gezielt demokratische Rechte und sät Hass und Spaltung statt Versöhnung“, kritisierte Latzel.
Warum die WM nicht überhöht werden sollte
Die WM „kann eine wunderschöne Gemeinschaftserfahrung im Sommer sein. Man darf sie aber auch nicht überhöhen“, betonte der Sportbeauftragte. In Deutschland und weltweit gebe es viele politische und soziale Spannungen, Kriege, Umbrüche in der Wirtschaft, Umweltprobleme, Demokratien unter Druck. „Eine WM löst das nicht einfach. Aber wir können vom Fußball viel mitnehmen.“
Fußball als Gemeinschaftserlebnis trotz globaler Spannungen
Millionen Menschen würden bei den Spielen gemeinsam fiebern, hoffen, feiern und trauern, sagte Latzel dem epd. Er selbst liebe „ein faires, respektvolles Miteinander, den sportlichen Wettkampf, die Leichtigkeit des Spiels – etwa wenn man nach einem Public Viewing mit den Fans aus anderen Ländern zusammen feiert“.
Bei dem Turnier gehe es auch um Fairness, Respekt, Verantwortung und Solidarität über Grenzen hinweg. Das seien wichtige ethische Impulse, die Sport und Glaube gemeinsam in einer polarisierten Gesellschaft vermitteln könnten.