Wer ins Eselsburger Tal bei Herbrechtingen kommt, der stößt nach wenigen Kilometern auf ein großes neues Hofladengebäude. Es sieht schon von außen ziemlich ungewöhnlich aus: ein geschwungenes Holzdach mit Baumstämmen, die es stützen. Obendrauf wächst Gras, als ob es eine Wiese wäre. Noch viel ungewöhnlicher ist das Ganze, wenn man erfährt, was in den Wänden des Gebäudes steckt: Dicke gepresste Strohballen von 1,20 Meter Breite wurden hier verwendet – verborgen hinter gestampftem Lehm.
Der Schutz der Natur hat bei ihnen also auch eine christliche Wurzel. „Machet euch die Erde untertan“, steht in der Bibel. Ein Satz, in dem für sie die Botschaft steckt, dass man das Anvertraute bewahren muss. Als Mitte der 80er-Jahre die deutsche Landwirtschaft immer großflächiger und industrieller wurde, ging man im Eselsburger Tal deshalb einen anderen Weg: Bioland.
Das bot sich auch an, zumal dort etwa zeitgleich ein großes Naturschutzgebiet ausgewiesen worden war. Die Weiden brauchten eine ökologische Form der Bewirtschaftung, ohne Chemie und große Güllemengen. So wurde aus dem Eselsburger Tal ein Biotal. Auf ihren Weiden grasen Milchkühe und Jungvieh, Schafe und Ziegen. Selbst zehn Wasserbüffel gibt es, weil die auch die feuchten Uferbereiche der Brenz mit ihren störrischen Pflanzen abweiden.
Alles, was vom eigenen Hof kommt, ist im Laden mit einem grünen Schild gekennzeichnet:
So sind das Aufgabenfeld und die Hofgemeinschaft im Laufe der Jahrzehnte stetig gewachsen. Inzwischen gehören neben der Kerngruppe der zehn Landwirte noch 60 Mitarbeitende zum Team: Milchfahrer und Gemüsegärtner, Molkereifachkräfte und Hofladenangestellte. Hinzu kommen Absolventen eines Freiwilligen Ökologischen Jahres. Der Bauernhof ist außerdem seit vielen Jahren Demonstrationsbetrieb, mit zahlreichen Schulklassen, Vereinen und Einzelgästen, die hier einen Blick hinter die Kulissen werfen können.
Die Aufgabenbereiche der Hofgemeinschaftspartner: