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Aus der Kirche

Evangelische Kirche in Württemberg: Klimaschutz ist ein Menschenrecht

Der Klimaschutz könne nur mit verlässlichen und kontinuierlichen Rahmenbedingungen gelingen, betont eine kirchliche Stellungnahme zum Klimaaktionstag am 27. Februar. Von epd

Ein Turm aus dem grau-weißer Rauch aufsteigt in den Himmel.
Unsplash+/Getty Images

Zum Klimaaktionstag am 27. Februar rufen der Heilbronner Prälat Ralf Albrecht und das Umweltreferat der württembergischen Landeskirche zu verstärkten Anstrengungen rund um den Klimaschutz auf. „Aus Dankbarkeit gegenüber Gott, dem Schöpfer dieser Erde, setzen wir uns für den Klimaschutz ein und verstehen dies zugleich als Beitrag zu Klimagerechtigkeit und als Ausdruck gelebter Nächstenliebe”, schreiben Albrecht und die Umweltbeauftragte der württembergischen Landeskirche, Siglinde Hinderer, in ihrem Aufruf.

Klimaschutz als Menschenrecht

Der Klimaaktionstag erinnere daran, dass Klimaschutz ein Menschenrecht sei – und keine unsinnige Forderung. Die natürlichen Lebensgrundlagen gehörten generationenübergreifend geschützt.

Als Kirche rufen wir zur Fürbitte, dass Verantwortliche mutige und weitsichtige Entscheidungen treffen, dass gesellschaftliche Debatten friedlich, respektvoll und konstruktiv geführt werden

schreiben Siglinde Hinderer und Ralf Albrecht

Die Landeskirche habe ein eigenes Klimaschutzgesetz verabschiedet. In ihm sind der Umstieg auf erneuerbare Energien und Klimaneutralität bis 2040, ein konsequentes Energiemanagement, klimafreundliche Mobilität und nachhaltige Beschaffung beschrieben.

Forderung der Kirche nach „verlässlicher Förderkulisse“

Doch die Kirchen, heißt es, könnten ihre Klimaziele nur erreichen, wenn hierfür auch die staatlichen Rahmenbedingungen geschaffen werden, wie durch den Ausbau der kommunalen Netze mit klimaneutraler Wärmeversorgung und den Ausstieg aus der fossilen Stromerzeugung. Das Klimaschutzprogramm 2023 reiche nicht aus, um die gesetzlich verbindlichen Ziele bis 2030 zu erreichen. Der stärkste Hebel im Klimaschutz sei die Energiewende. Für Fortschritte brauche es Kontinuität, klare gesetzliche Rahmenbedingungen und eine verlässliche Förderkulisse.

Klima und Sozialpolitik gemeinsam denken

Klima und Sozialpolitik müssten gemeinsam gedacht werden, heißt es weiter, damit die notwendigen Veränderungen nicht zulasten der Schwächsten gehen. Menschen mit geringem Einkommen seien durch eine sozial gerechte Rückerstattung der CO2-Bepreisung zu entlasten, zugleich klimaschädliche Steuervergünstigungen für fossile Verbrenner und den Flugverkehr abzubauen. Entwicklungsländer bräuchten Unterstützung, damit sie an der globalen Transformation teilnehmen können.