Nach der Landtagswahl in Baden-Württemberg haben die Leitenden Geistlichen der beiden evangelischen Landeskirchen im Südwesten am Sonntagabend die hohe Wahlbeteiligung und das Votum für „demokratische Parteien der Mitte” gewürdigt.
Der württembergische Landesbischof Ernst-Wilhelm Gohl sprach gegenüber dem Evangelischen Pressedienst von „starken Zeichen für unsere Demokratie”. Er gratulierte „den Wahlsiegern der demokratischen Parteien der Mitte” und zeigte sich erfreut, dass sie eine regierungsfähige Mehrheit erzielt haben. Zugleich äußerte Gohl Sorge über „den noch immer hohen Zuspruch der radikalen Kräfte” und dankte allen in der Landeskirche, die Menschen zur Wahl ermutigt und „Verständigungsorte bereitgestellt und gestaltet” haben.
Springhart: Demokratie „alles andere als selbstverständlich“
Die badische Landesbischöfin Heike Springhart sagte dem epd, sie freue sich, „dass so viele Menschen ihr Wahlrecht genutzt haben”. Demokratie sei „alles andere als selbstverständlich”, wenn man in viele andere Länder schaue. Es sei gut, dass Baden-Württemberg auch in den kommenden Jahren „von einer Regierung der demokratischen Mitte” regiert werde. Bitter sei, „dass Menschen auch auf Demokratie zersetzende Kräfte setzen”. Sie gratulierte den Wahlsiegern und verband dies mit der Erwartung, dass sie sich für alle Menschen in Baden-Württemberg einsetzen.
Vorläufiges Endergebnis: Grüne vorne
Nach dem vorläufigen Endergebnis (Stand: 9. März 2026) wurden die Grünen um Spitzenkandidat Cem Özdemir mit 30,2 Prozent stärkste Kraft vor der Union um Spitzenkandidat Manuel Hagel mit 29,7 Prozent. Die AfD kam auf 18,8 Prozent, die SPD auf 5,5 Prozent, FDP und Linke auf jeweils 4,4 Prozent.