Schätzungen zufolge müssten sich die beiden großen christlichen Kirchen insgesamt von 30 Prozent ihres Immobilienbestandes trennen, darunter neben Kirchen auch Nutzgebäude. Experten befürchteten, dass ohne die Unterstützung der öffentlichen Hand vor allem der Erhalt vieler Kirchengebäude des 20., aber auch des 19. Jahrhunderts auf dem
Spiel stehe, warnte die Kunsthistorikerin.
Ich sehe ein großes Problem darin, dass diese noch jungen Kulturgüter in ihrem Bestandgefährdet sind, weil sie ein ganz wichtiges Kapitel der Kirchengeschichte der letzten 150 bis 200 Jahre sind.
Nicht nur die großen Kathedralen und Klosterkirchen früherer Jahrhunderte seien erhaltenswert. "Wir müssen uns auch unserer jüngeren Geschichte bewusst sein."
Oftmals seien Kirchengemeinden jedoch mit der schwierigen Suche nach alternativen Verwendungen für Kirchengebäude überfordert, beobachtet Klauser. "Da lastet enorm viel Verantwortung auf den Schultern der Kirchengemeinden, die ja in der Regel keine Experten im Immobilienmanagement sind." Die Umnutzung von Kirchen, die oftmals auch das Ortsbild prägten, müsse jedoch eine gesamtgesellschaftliche Aufgabe sein.