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COP 31

Expertin zur Klimakonferenz: Entwicklungsländer machen Druck beim Geld

Die 31. Weltklimakonferenz (COP 31) findet vom 9. bis 20. November im türkischen Antalya statt. Kurz vor Beginn sind laut der „Brot für die Welt”-Expertin Sabine Minninger wichtige Finanzfragen ungeklärt. Entwicklungsländer würden „richtig hart Druck machen”. Von Moritz Elliesen (epd)

Auf der Fotomontage zum Thema Klimawandel ist rechts die Erdkugel aus großer Distanz zu sehen. Links ist ein Thermometer im roten Bereich zu sehen.
Unsplash+/TSD Studio

Der Streit um die finanzielle Unterstützung für Entwicklungsländer droht laut der „Brot für die Welt“-Klimaexpertin Sabine Minninger den Weltklimagipfel in Antalya zu überschatten. Viele Länder des Globalen Südens pochten auf mehr finanzielle Unterstützung bei der Finanzierung von Klimaschutz und Anpassung, sagte Minninger dem Evangelischen Pressedienst: „Da sehen wir in Antalya überhaupt keine Entspannung.“

Entwicklungsländer fordern mehr Geld bei Klimaanpassung

Die ärmsten Staaten sowie die G77-Gruppe der Entwicklungsländer würden bei dem Thema Anpassung „richtig hart Druck machen“, sagte Minninger. Vergangenes Jahr habe die Staatengemeinschaft bei der Klimakonferenz in Brasilien zu einer Verdreifachung der Mittel für Anpassung bis 2035 aufgerufen, aber eine verbindliche Summe hätten die Industriestaaten nicht zugesagt.

Die Entwicklungsländer forderten eine Aufstockung auf 120 Milliarden US-Dollar, sagte Minninger. Ausgehend von aktuellen Mittelflüssen werde dies nicht erreicht, dabei seien die Länder dringend darauf angewiesen. Die ärmsten Staaten hätten sich deutlich mehr Geld gewünscht, sagte Minninger: „Sie haben sich letztlich über den Tisch gezogen gefühlt und das hat Vertrauen gekostet.“ Dieser Vertrauensbruch wirke bis heute nach. Der Streit könnte auch andere Themen überlagern, etwa Vereinbarungen zur Abkehr von fossilen Brennstoffen, warnte die „Brot für die Welt“-Expertin

Es gibt viele Entscheidungen, die blockiert werden können, weil die Anpassungsfinanzierung nicht geklärt ist.

sagt Sabine Minninger

Klimagerechtigkeit als zentrales Streitthema

Bei der 31. Weltklimakonferenz im türkischen Antalya, im Fachjargon COP 31 genannt, beraten Delegierte aus knapp 200 Staaten über die nächsten Schritte im Kampf gegen die Erderwärmung. Der Gastgeber Türkei teilt sich die Ausrichtung mit Australien. Der Streit ums Geld ist ein Dauerthema auf den jährlichen stattfindenden Gipfeln. Dahinter steht eine globale Gerechtigkeitsfrage. Vertreter ärmerer Länder argumentieren, dass sie durch ihre geringen CO2-Emissionen kaum zum Klimawandel beigetragen haben und dennoch stark unter den Folgen leiden.

Bei der Klimakonferenz in Aserbaidschan vor zwei Jahren hatte sich die Staatengemeinschaft auf einen neuen Finanzrahmen für die Unterstützung einkommensschwacher Länder geeinigt. Vorgesehen ist, die Mittel bis 2035 auf 300 Milliarden Dollar pro Jahr zu erhöhen. Darunter fallen Gelder für die Minderung von Emissionen sowie für die Anpassung.

Wie ist die Ausgangslage vor der COP31?

Waldbrände, Hitzewellen oder Dürren – die Folgen der Erderwärmung werden immer spürbarer, auch in Deutschland und Europa. Und die Prognosen sind düster. Mit der bisherigen Politik heizt sich die Erde laut dem UN-Umweltprogramm Unep bis zum Ende des Jahrhunderts um 2,8 Grad Celsius im Vergleich zur vorindustriellen Zeit auf. Damit läge der Anstieg deutlich über dem 2015 im Pariser Klimaabkommen verabschiedeten Ziel, die Erwärmung langfristig auf möglichst 1,5 Grad zu beschränken.

Die Verhandlungen finden zudem vor dem Hintergrund geopolitischer Konflikte, Kriege und Rivalitäten statt. Diese prägten derzeit die internationale Agenda, sagt Laura Schäfer von der Umweltorganisation Germanwatch: „Das heißt auch, dass politische Aufmerksamkeit und finanzielle Ressourcen zunehmend von der Klimapolitik abgezogen werden.“

Doch es gibt auch Nachrichten, die Mut machen, etwa beim Ausbau erneuerbarer Energien, der weltweit vorangeht. Angesichts der Energiekrise infolge der Blockade der Straße von Hormus würden sie zunehmend auch als „Schlüssel zur Energieversorgung, Wettbewerbsfähigkeit und Sicherheit verstanden“, sagt Schäfer.