Müssen Christen fasten?
„Wir Evangelischen können fasten, müssen es aber nicht”, sagt der evangelische Landesbischof Ernst-Wilhelm Gohl vor der siebenwöchigen Fastenzeit vor Ostern, die heute am Aschermittwoch beginnt. Fasten sei eine gute Gelegenheit, sich bewusst zu machen, was das Leben wirklich ausmacht, sagte Gohl laut einer Mitteilung der Evangelischen Landeskirche in Württemberg: „Die wichtigen Dinge im Leben werden mir geschenkt.”
Wie fasten die Religionspolitiker im Bundestag?
In der Fastenzeit verzichten auch die meisten Religionspolitiker im Bundestag auf Gewohntes oder Ungesundes. Der Beauftragte der SPD-Fraktion für Kirchen und Religionsgemeinschaften, Hubertus Heil, selbst evangelisch, lässt dann von Alkohol, Süßigkeiten und zu vielen Kohlenhydraten die Finger, wie er dem Evangelischen Pressedienst auf Nachfrage mitteilte. Bundestagsvizepräsident Bodo Ramelow (Linke), ebenfalls evangelisch, hat sich nach eigener Auskunft noch nicht entschieden, wie er fastet.
Ich grübele noch, ob ich eventuell Wahlkampf- und Parteitermine sowie Nachrichten faste
sagt Bodo Ramelow
Fastenzeit und Ramadan: Auch muslimische Abgeordnete fasten jetzt
In diesem Jahr fällt der Beginn der Fastenzeit mit dem Start des muslimischen Fastenmonats Ramadan zusammen. Als „starkes Zeichen” empfindet das die Muslimin und Religionsbeauftragte der Grünen im Bundestag, Lamya Kaddor. In einer pluralen Demokratie könne die zeitliche Nähe daran erinnern, „dass religiöse Praxis nicht trennt, sondern Brücken schlagen kann”, sagte Kaddor. Sie begehe den Ramadan „sehr bewusst“.
Keine Pflicht zum Fasten
Norbert Altenkamp (CDU), religionspolitischer Sprecher der Union und Katholik sagte, Fasten sei für ihn „nie das große Thema” gewesen. Er versuche, „schon im Alltag möglichst Maß zu halten”.
Die AfD-Abgeordnete Nicole Höchst gab an, sie halte das „kirchliche Minimum” ein – „Fasten und Abstinenz an Aschermittwoch und Karfreitag, fleischlos an den Freitagen”, sagte sie. Darüber hinaus verzichte sie auf Genussmittel wie Alkohol und Süßes, reduziere sich auf das Notwendige und streiche Bequemlichkeit.