Heute arbeitet die 27-Jährige im Betrieb ihrer Eltern in Göppingen. Sie ist Steinmetzin und Steinbildhauermeisterin in der fünften Generation. „Ich wollte schon immer etwas mit meinen Händen schaffen“, sagt sie. Bei Steinmetzen würden viele nur an Grabsteine denken. Dabei seien sie auch in der Denkmalpflege, im Baubereich, in der Bildhauerei oder in der Gestaltung von Bädern und Fußböden tätig. Doch auch wenn der Beruf so vielfältig ist – Grabmale seien ihre besondere Leidenschaft, erzählt sie. In Beratungsgesprächen mit Hinterbliebenen versucht sie sich ein Bild von der verstorbenen Person zu machen und herauszufinden, wie sich die Trauernden das Grab vorstellen.
Wenn ein Grab oder ein Grabstein diesen Menschen ein Stück weit widerspiegelt, ist es ein großes Geschenk
sagt Luisa Lüttig
Einmal, erzählt sie, habe sich ein junges Elternpaar für seine Tochter ein Löwenbaby als Grabstein gewünscht. „Das kleine Mädchen hatte ein Kämpferherz, aber hatte es leider nicht geschafft. Was kann da schöner und süßer kämpfen als ein kleiner Löwe?“ Etwa zwei Wochen lang arbeitete die Göppingerin an dem Stein, bis sie das Löwenbaby auf das Grab setzen konnte. Solche Momente bewegen sie. „Es macht einem bewusst, wie kostbar das Leben ist.“
Der Erfolg in den sozialen Medien motivierte Luisa Lüttig, sich im Jahr 2022 für den Titel Miss Handwerk zu bewerben, den sie auch prompt gewann. Rückblickend sei es ein ganz besonderes Jahr gewesen, erzählt sie. Sie habe nicht nur als Frau ihr Handwerk repräsentiert, sondern sei Botschafterin für alle Handwerksberufe in Deutschland gewesen. Rund 5000 Steinmetzbetriebe gibt es bundesweit. Luisa Lüttig hofft, dass sich in Zukunft noch mehr junge Menschen für ihren Beruf entscheiden.
Ich gehe jeden Abend glücklich nach Hause
sagt Luisa Lüttig