In den Sozialen Netzwerken ist laut dem evangelischen Pfarrer und Buchautor Fabian Maysenhölder unübersehbar, dass das moderne Hexentum boomt. „Gerade auf Instagram oder TikTok spielt die Inszenierung eine große Rolle: Schön drapierte Altäre, Kräuter oder Räucherrituale erzeugen eine besondere, oft auch düstere Aura”, sagte er. Für viele sei dies auch Ausdruck persönlicher Freiheit und Selbstverwirklichung. Zugleich habe sich in der Onlineszene daraus ein lukrativer Markt entwickelt.
Laut Maysenhölder, der ein Buch über „Witchfluencer” geschrieben hat, das im Herder-Verlag (Freiburg) erschienen ist, haben viele sogenannte moderne Hexen ein magisches Weltbild, nach dem alles miteinander verbunden sei. Außerdem gehe es um den Gedanken, die Welt durch das eigene Tun verfügbar und kontrollierbar zu machen. „In einer unsicheren Welt verspricht dieses magische Denken eine Form von Macht.”
Problematisch werde es aus seiner Sicht vor allem bei Gesundheitsthemen. Zudem sei der Markt spiritueller Angebote weitgehend unreguliert. Bei Online-Coachings sei häufig unklar, welche Qualifikation die Anbieter hätten und ob sie etwa psychische Erkrankungen erkennen könnten.
Es ist lebensgefährlich, wenn Menschen Heilungszauber gegen Krebs durchführen und dadurch medizinische Behandlungen verschleppen.
sagt Fabian Maysenhölder
Allerdings gebe es auch in christlichen Kreisen mitunter magisches Denken, wenn Gebete wie eine Art Wunschmaschine verstanden würden, sagte der Theologe.
Unsere Antwort auf die Unsicherheit in der Welt sollte nicht Magie sein, sondern die Zusage Gottes, dass er uns in unserem Leid begleitet.
sagt Fabian Maysenhölder