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Johanna Haberer im Interview

Johanna Haberer über Endlichkeit, Kirche und ihren Bibelpodcast

Der Beruf des Pfarrers hat ihr Leben schon früh geprägt: Die Theologin Johanna Haberer ist nicht nur Pfarrerstochter, sie hat auch den Bibelpodcast „Unter Pfarrerstöchtern“ zusammen mit ihrer Schwester Sabine Rückert ins Leben gerufen. Von Franciska Bohl

Die Schwestern Sabine Rückert und Johanna Haberer sitzen in einem Fernsehstudio nebeneinander.
epd-bild/Stephan Wallocha
Johanna Haberer (rechts) und ihre Schwester Sabine Rückert

Sie sind selbst Pfarrerstochter, als drittes von vier Kindern, aber so­zusagen „im Altenheim“ aufgewachsen, denn Ihre Eltern haben das Augustinum gegründet, ein evangelisches Unternehmen, das ­Seniorenresidenzen betreibt. Wie hat das Sie und Ihre Einstellung zum Leben oder Tod geprägt?

Johanna Haberer: Zunächst mal habe ich von meinen Eltern eine gewisse unternehmerische Mentalität mitbekommen. Im Blick auf das Altwerden habe ich erfahren, wie wichtig es ist, dass man sich seiner eigenen Endlichkeit bewusst ist und sein Ende selbstständig und selbstbewusst plant. Damit eben nicht genau sowas passiert: dass man im Alter plötzlich stürzt und dann ist unklar, wie es weiter­gehen soll. Es ist wichtig, solange man sein Leben selbst in der Hand hat, die Zeit zu planen, in der man schwächer wird und Hilfe braucht.

Zur Person

Johanna Haberer ist Jahrgang 1956, ist evangelische Theologin, Journalistin und Professorin für Christliche Publizistik an der Universität Erlangen-Nürnberg. Die Autorin ist unter anderem auch als „Wort-zum-Sonntag“-Sprecherin bekannt

Kritische Nähe zur Kirche: Was Johanna Haberers Eltern ihr über den Pfarrberuf vermittelten

Ihr Vater war ein geschiedener Pfarrer und wurde in die Schule versetzt. Was für ein Bild haben Sie vom Pfarrberuf vermittelt bekommen?

Johanna Haberer: Da mein Vater ein christlicher Unternehmer war, sind wir mit einem kritischen Bewusstsein aufgewachsen. Selten ging mein Vater aus dem Gottesdienst raus und sagte: „Das war aber eine tolle Predigt!“ Für ihn dienten Predigten und Gottesdienste oft als Vorlage, um Kritik an der Kirche zu üben. Und so wurden wir in einer Haltung von Nähe und kritischer ­Distanz zu Kirche erzogen.

Der Weg zum Bibelpodcast: Warum „Unter Pfarrerstöchtern“ entstand

In Ihrem Bibelpodcast „Unter Pfarrerstöchtern“, den Sie zusammen mit Ihrer Schwester Sabine Rückert betreiben, sprechen Sie darüber, was biblische Geschichten heute bedeuten. Wie kam es zu dieser Idee?

Johanna Haberer: Meine Schwester Sabine war vor Jahren bei Jan Böhmermann eingeladen und hat über einen Fall aus ihrem schon sehr ­erfolgreichen Krimi-Podcast „Ver­brechen“ gesprochen. Da ging es um einen evangelischen Pfarrer aus Bayern, der sich an Konfirmanden vergangen hatte und jahrzehntelang immer von einer zur nächsten Stelle weitergereicht wurde. Daraus entstand ein Dossier in der „Zeit“ unter dem Titel „Der verlorene Hirte“. ­Sabine hatte Böhmermann gefragt, ob er die Überschrift versteht – was nicht der Fall war. Daraus entstand die Idee, einen Bibelpodcast zu machen und den Leuten Geschichten aus der Bibel näherzubringen. Sechs Jahre und fast 170 Folgen gibt es von unserem Bibelpodcast.

Das ganze Interview mit Johanna Haberer lesen Sie im Gemeindeblatt Nr. 34. Erhältlich als pdf auch im Gemeindeblatt-Online-Shop.