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Rosch ha-Schana

Kirchen übermitteln Neujahrsgrüße an jüdische Gemeinden

Zum jüdischen Neujahrsfest „Rosch ha-Schana” vom 11. bis 13. September schicken die Kirchen Glücks- und Segenswünsche an die jüdischen Gemeinden. Von Charlotte Mühlhan und epd

Das Foto zeigt eine Menora und das traditionelle Brot Challot.
Unsplash+/Kateryna Hliznitsova

Zum bevorstehenden jüdischen Neujahrsfest Rosch ha-Schana haben die vier großen christlichen Kirchen in Baden-Württemberg der jüdischen Gemeinschaft ihre Glückwünsche übermittelt und Hoffnung auf Frieden geäußert. In einem gemeinsamen Schreiben riefen die Bischöfe und die Bischöfin zu mehr Menschlichkeit, Respekt und Sorge füreinander auf.

Ein Mann bläst in ein Schofar, ein traditionelles jüdisches Horn.
epd-bild/Fröhlich
Das jüdische Neujahrsfest wird durch das Blasen des Schofar eingeleitet.

Was wird an Rosch ha-Schana gefeiert?

In den jüdischen Gemeinden feiern die Menschen Mitte September das Neujahrsfest Rosch ha-Schana („Haupt des Jahres”). Dieses Jahr beginnt der Feiertag mit Sonnenuntergang am 11. September und endet mit Einbruch der Dunkelheit am 13. September. Typisch für das Fest ist das Blasen des Widderhorns, des Schofars, mit dem zu Gebet und Buße aufgerufen wird. Das Neujahrsfest erinnert Jüdinnen und Juden an den Bund zwischen Gott und dem Volk Israel.

Die Aufnahme zeigt eine Frau, die ein frisch gebackenes Brot, Challa, in den Händen hält.
unsplash+/Monika Grabkowska
Das traditionelle jüdische Zopfbrot, Challa, wird auch häufig für den Sabbat gebacken.

Rosch ha-Schana: Bedeutung und Bräuche des jüdischen Neujahrsfests

Der Gebetsraum in der Synagoge wird zu Rosch ha-Schana festlich geschmückt. Die Feiertage sollen die Menschen veranlassen, in sich zu gehen, sich vom Bösen abzuwenden und gut zu handeln. In der jüdischen Tradition hat das Neujahrsfest den Charakter eines Gerichtstags: Es symbolisiert das Gericht Gottes über den Menschen und die Rechenschaft des Menschen über sein eigenes Tun.

Jüdisches Neujahr: Traditionelle Speisen und ihre Bedeutung

Traditionell wird an Rosch ha-Schana ein rundes Brot (Challa) gegessen. Es symbolisiert den Kreislauf des Jahres. Außerdem wird ein Stück Apfel in Honig getunkt. Daneben wird „Gefilte Fisch“, ein kaltes Fischgericht aus weißem Fischfilet serviert.

Jom Kippur: Höhepunkt nach zehn Tagen der Buße

An das Neujahrsfest schließen sich zehn Tage der Einkehr und Buße an. Sie enden an Jom Kippur, dem Versöhnungstag, der in diesem Jahr ab Sonnenuntergang am 20. September bis zum Abend des 21. September gefeiert wird. Dies ist der höchste Feiertag im jüdischen Kalender.

Bundespräsident Steinmeier: Mehr Engagement gegen Judenhass

Auch Bundespräsident Frank-Walter Steinmeier hat zum jüdischen Neujahrsfest zu mehr Engagement gegen Judenhass aufgerufen.

Es ist beschämend und darf uns niemals ruhen lassen, wenn Jüdinnen und Juden in Deutschland Anfeindungen auf der Straße oder in Universitäten ausgesetzt sind, wenn sie bedroht, beschimpft oder gar angegriffen werden.

heißt es in dem Schreiben von Frank-Walter Steinmeier

Bundespräsident Steinmeier erklärte, Deutschland trage eine besondere historische Verantwortung für den Schutz jüdischen Lebens. „Ich wünsche mir, dass die gesamte Gesellschaft diese Verantwortung versteht, mit Entschiedenheit wahrnimmt und für diesen Schutz eintritt, damit Jüdinnen und Juden nie mehr darüber nachdenken müssen, ob sie anderswo sicherer wären”, schrieb er. Man müsse alles daran setzen, „den unerträglichen und weiter wachsenden Antisemitismus hier in Deutschland und auch in Europa zu bekämpfen”.

EKD Ratsvorsitzende: Sorge um jüdische Gemeinden nach Wahlsieg der AfD

Die Ratsvorsitzende der Evangelischen Kirche in Deutschland (EKD), Kirsten Fehrs, sicherte in ihrer Grußbotschaft zum Neujahrsfest ihre Solidarität zu. „Entschieden und mit vereinten Kräften setzen wir uns als Kirche für ein freies, sichtbares und sicheres Leben jüdischer Menschen in Deutschland ein“, schrieb Fehrs. Nach dem Wahlsieg der AfD bei der Landtagswahl in Sachsen-Anhalt gelte ihre große Sorge der jüdischen Gemeinschaft.

Jede Form von Antisemitismus, jede Bedrohung, jede Relativierung jüdischer Sicherheit ist auch ein Angriff auf unsere menschenrechtsorientierte Demokratie und widerspricht unserem christlichen Selbstverständnis und unserer Verantwortung in diesem Land.

schrieb Kirsten Fehrs