An das Neujahrsfest schließen sich zehn Tage der Einkehr und Buße an. Sie enden an Jom Kippur, dem Versöhnungstag, der in diesem Jahr ab Sonnenuntergang am 20. September bis zum Abend des 21. September gefeiert wird. Dies ist der höchste Feiertag im jüdischen Kalender.
Auch Bundespräsident Frank-Walter Steinmeier hat zum jüdischen Neujahrsfest zu mehr Engagement gegen Judenhass aufgerufen.
Es ist beschämend und darf uns niemals ruhen lassen, wenn Jüdinnen und Juden in Deutschland Anfeindungen auf der Straße oder in Universitäten ausgesetzt sind, wenn sie bedroht, beschimpft oder gar angegriffen werden.
heißt es in dem Schreiben von Frank-Walter Steinmeier
Bundespräsident Steinmeier erklärte, Deutschland trage eine besondere historische Verantwortung für den Schutz jüdischen Lebens. „Ich wünsche mir, dass die gesamte Gesellschaft diese Verantwortung versteht, mit Entschiedenheit wahrnimmt und für diesen Schutz eintritt, damit Jüdinnen und Juden nie mehr darüber nachdenken müssen, ob sie anderswo sicherer wären”, schrieb er. Man müsse alles daran setzen, „den unerträglichen und weiter wachsenden Antisemitismus hier in Deutschland und auch in Europa zu bekämpfen”.
Die Ratsvorsitzende der Evangelischen Kirche in Deutschland (EKD), Kirsten Fehrs, sicherte in ihrer Grußbotschaft zum Neujahrsfest ihre Solidarität zu. „Entschieden und mit vereinten Kräften setzen wir uns als Kirche für ein freies, sichtbares und sicheres Leben jüdischer Menschen in Deutschland ein“, schrieb Fehrs. Nach dem Wahlsieg der AfD bei der Landtagswahl in Sachsen-Anhalt gelte ihre große Sorge der jüdischen Gemeinschaft.
Jede Form von Antisemitismus, jede Bedrohung, jede Relativierung jüdischer Sicherheit ist auch ein Angriff auf unsere menschenrechtsorientierte Demokratie und widerspricht unserem christlichen Selbstverständnis und unserer Verantwortung in diesem Land.
schrieb Kirsten Fehrs