Wie das Konzil von Nicäa die Fastenzeit prägte
Alles begann mit dem Konzil von Nicäa im Jahre 325. Da hatte das Christentum im Römischen Reich unter Kaiser Konstantin gerade die Oberhand gewonnen. Eine der vielen Beschlüsse, die in Nicäa getroffen wurden, war die Verlängerung der vorösterlichen Fastenzeit von sechs auf 40 Tage.
Einen solch langen Zeitraum ganz ohne Essen würde natürlich kein Mensch überleben. So wurde aus dem Totalverzicht eine Teilabstinenz mit offiziell zugelassenen Fastenspeisen und streng verbotenen Gerichten. Auf der Verbotsliste standen Fleisch, Milch, Eier und Alkohol. Verstöße gegen die strengen Regeln konnten sogar mit Gefängnis geahndet werden.
Warum im Mittelalter plötzlich ein halbes Jahr gefastet wurde
Richtig dramatisch wurde die Situation, als im Laufe der Jahrhunderte die Zahl der Fastentage immer mehr anwuchs: In Klöstern und streng katholischen Gegenden zählte man im Hochmittelalter bis zu 150 Fastentage, das war beinahe ein halbes Jahr. Zum Oster-Zyklus war die Adventszeit gekommen, in der Verzicht geübt werden sollte. Ferner galten sämtliche Mittwoche und Freitage als Fastentage, weil Jesus an einem Mittwoch verraten und an einem Freitag gekreuzigt worden war.
Einmal am Tag war in der Fastenzeit eine warme Mahlzeit gestattet, dazu bei Bedarf eine kleine Stärkung. Zu den erlaubten Speisen gehörte der Fisch und der wurde nun zum Ausgangspunkt allerlei kreativer Einfälle.