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Herbsttagung der Landessynode

Landeskirche vor größter Reform seit dem Krieg

Die Landeskirche in Württemberg steht vor ihrem größten Umbruch seit 1945: Bis 2028 soll knapp ein Drittel des Haushalts eingespart werden. Von epd

Im Stuttgarter Hospitalhof sitzen die Synodalabgeordneten mit Laptops an den Tischen. Vorne ist eine kleine Bühne mit einem Bildschirm und einem Rednerpult zu sehen.
Foto: Gottfried Stoppel
Aufnahme von Stefan Werner bei der Herbstsynode 2025
Foto: Gottfried Stoppel
Stefan Werner ist seit 2017 Direktor im Evangelischen Oberkirchenrat.

Kirche im Wandel: Größter Umbruch seit Jahrzehnten

Die Evangelische Landeskirche in Württemberg befindet sich nach Einschätzung des Direktors ihres Oberkirchenrats, Stefan Werner, im größten Umbruch seit dem Zweiten Weltkrieg. Als Beispiel nannte Werner vor der in Stuttgart tagenden Landessynode die Sparzwänge: Bis zum Jahr 2028 sollen jährlich 103,9 Millionen Euro eingespart werden, das entspreche fast einem Drittel des gesamten Haushaltsvolumens. Ursache sei eine Deckungslücke bei den Pensionen von rund einer Milliarde Euro.

Schuldenfreie und handlungsfähige Kirche

Ziel sei es, kommenden Generationen eine handlungsfähige Kirche ohne Schulden zu übergeben, erläuterte der Direktor. Die Umsetzung der Reformen bringe die Organisation bereits jetzt „an den Rand des Bewältigbaren". Zu den wichtigsten von insgesamt neun Reformprojekten gehören die Reduzierung von Pfarrstellen, eine umfassende Verwaltungsreform und die Verkleinerung des kirchlichen Immobilienbestands. Die Kirche strebt zudem an, bis 2040 klimaneutral zu werden.

Neues Gebäude mit modernen Strukturen

Als ein Symbol für den Wandel gilt das neu errichtete Dienstgebäude des Oberkirchenrats in Stuttgart. Es ermöglicht durch flexible Arbeitsplatzmodelle und Desksharing, rund 500 Mitarbeiter auf etwa 350 Arbeitsplätzen unterzubringen. Selbst der Landesbischof verzichte dort auf ein eigenes Dienstzimmer, betonte Werner.

Kirche entwickelt Leitlinien für Künstliche Intelligenz

Neben den Sparmaßnahmen setzt sich die Kirchenleitung strategisch mit der Künstlichen Intelligenz (KI) auseinander. „Dieses Thema darf Kirche keinesfalls verschlafen. Vieles wenden wir bereits an", sagte der Direktor. Die Kirche habe umfassende Leitlinien entwickelt, um den Einsatz von KI verantwortungsvoll zu gestalten und dabei ein christliches Menschenbild zu wahren.