Alexander erzählt von einem Bauernhof im bayerischen Altusried, in dem er schon zweimal im Ferieneinsatz war. Dort gab es einen solchen Melkroboter nicht. Deshalb musste er bereits um sechs Uhr morgens zum Melken antreten. Einen Frühaufsteherzuschlag gibt es nicht, auch keinen Arbeitslohn. Die Einsätze auf dem Bauernhof gelten als „erlebnispädagogische Maßnahme“ mit Taschengeld.
Veronika Grossenbacher vom Bauernwerk vermittelt seit mehr als 20 Jahren im Durchschnitt jährlich 60 bis 70 Jugendliche und junge Erwachsene. Sie müssen keine Vorkenntnisse mitbringen. Wichtig ist jedoch Neugier.
Die meisten Höfe liegen in Württemberg, einige jenseits der Landesgrenze in Bayern, über ein Partnerprogramm sind sogar Einsätze in der Schweiz möglich. Veronika Grossenbacher kennt jeden Betrieb und jede Familie persönlich und führt mit jedem Bewerber ein ausführliches Gespräch. Praktikant und Hof sollen ja schließlich gut zusammenpassen. Veronika Grossenbacher fragt sich: „Was ist das für ein Typ? Wo könnte der reinpassen?“ Sie würde niemanden an die Ostseeküste vermitteln, denn „es muss so sein, dass ich bei Bedarf hinfahren könnte“.