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Aus der Kirche

„Maxima“: Tiefste Glocke Württembergs läutet in Herrenberg

Mit einem Festgottesdienst ist die Friedensglocke „Maxima” in Herrenberg in Dienst genommen worden. Ursprünglich war die Glocke für eine Basilika in Luxemburg gegossen worden. Nun erinnert sie als tontiefste Glocke Württembergs an den Frieden. Von epd

Die "Maxima", eine große Glocke, wird in einem Gerüst aufgehängt
Pressebild
Das neue Zuhause der Friedensglocke „Maxima“ in Herrenberg

Glocke als starkes Zeichen für den Frieden

Das Glockenmuseum Herrenberg und die Herrenberger Kirchengemeinden sind um eine Friedensglocke reicher. Der württembergische Landesbischof Ernst-Wilhelm Gohl erinnerte in einem ökumenischen Festgottesdienst zur Indienstnahme der Glocke „Maxima“ daran, dass Frieden ein mühsames Geschäft, aber „unsere Aufgabe“ sei. Der Glockenschlag der „Maxima“ erinnere daran.

Frieden ist keine Selbstverständlichkeit. Die Verantwortung für den Frieden beginnt im Kleinen – in den Beziehungen zu den Menschen, die uns Tag für Tag umgeben

sagte Ernst-Wilhelm Gohl

Über das Glockenmuseum Herrenberg

Seit 2023 ist das Glockenmuseum Stiftskirche Herrenberg aufgrund von fehlendem Brandschutz geschlossen. Einzelbesichtigungen von Kleingruppen ist jedoch nach vorheriger Anfrage über die Website des Museums möglich. Dort steht ein Formular zur Verfügung, das dann per E-Mail versendet werden muss.

Die Besucherinnen und Besucher müssen einem Haftungsausschluss einwilligen.
 

„Maxima“ wird größte Läuteglocke des Herrenberger Glockenmuseums

„Maxima“ ist nun die größte Läuteglocke des Glockenmuseums Stiftskirche Herrenberg. Das Museum besitzt den Angaben zufolge das umfangreichste Kirchengeläut Deutschlands. „Maxima“ gilt als tontiefste Glocke Württembergs. Die Glocke wiegt über sechs Tonnen und ist 2,25 Meter hoch. Sie läutet den Ton f0.

Die Glocke hat eine bewegte Geschichte: Sie ist im Jahr 2000 in der Glockengießerei Brockscheid gegossen worden. Ursprünglich sollte sie eine Friedensglocke in der Basilika Echternach, Luxemburg, ersetzen. Der Ton der Maxima war den Angaben zufolge allerdings etwas zu tief geraten, sodass Echternach die Glocke nicht nehmen konnte. 2003 konnte die Bauhütte der Stiftskirche Herrenberg die „Maxima“ erwerben.

Seither stand sie auf der Wiese bei der Stiftskirche und wartete darauf, in den Turm der Kirche gehängt zu werden – was sich als technisch nicht machbar erwies. Daher hängt sie nun in einem massiven hölzernen Glockenstuhl am Boden gleich neben der Stiftskirche – und soll dort auch regelmäßig geläutet werden.

Ökumenische Indienstnahme durch katholische und evangelische Kirche

Die Glocke wurde gleich doppelt „beauftragt“: Der katholische Dekan von Böblingen, Anton Feil, weihte sie nach römisch-katholischem Ritus. Landesbischof Gohl nahm sie nach evangelischem Brauch mit einem Segensgebet in Dienst.