Die Evangelische Kirche der Pfalz hält trotz rückgängiger Ressourcen weiter am konfessionellen Religionsunterricht an staatlichen Schulen fest. Aufgrund der sinkenden Zahl von Pfarrpersonen werde mehr Quer- und Seiteneinsteigern der Zugang zum Religionsunterricht ermöglicht, sagte Peter Busch, Leiter des Amts für Religionsunterricht in Speyer, dem Evangelischen Pressedienst. Für die Vermittlung von Zusatzqualifikationen werde das Erziehungswissenschaftliche Fort- und Weiterbildungsinstitut (EFWI) der evangelischen Kirchen in Rheinland-Pfalz in Landau eine große Rolle spielen.
Mehr Quer- und Seiteneinstieg in den Religionsunterricht geplant
Um den Religionsunterricht zu sichern, sei auch der Einsatz von Gemeindepädagoginnen und -pädagogen möglich, sagte Busch. Laut Grundgesetz sei es primär die Aufgabe des Staates, den Religionsunterricht zu gewährleisten, die Kirche unterstütze diesen dabei. Beim hauptamtlichen Religionsunterricht sollen die Voll- und Teilzeitstellen von 74 auf 35 reduziert werden, sagte der Theologe. Der nebenamtliche Religionsunterricht solle beibehalten, aber an neue Gemeindeformen angepasst werden.
Konfessionell-kooperativer Religionsunterricht wird erprobt
Derzeit seien 84 Pfarrpersonen im nebenamtlichen und 70 im hauptamtlichen Religionsunterricht eingesetzt. Gemeindepfarrerinnen und -pfarrer hielten wöchentlich üblicherweise vier Stunden Religionsunterricht. Viele seien allerdings von dieser Aufgabe befreit, etwa aus Altersgründen. Gemeinsam mit dem Bistum Speyer werde noch bis 2027 der konfessionell-kooperative Religionsunterricht erprobt. Dabei werden evangelische und katholische Schülerinnen und Schüler im Religionsunterricht nicht mehr nach Konfessionen getrennt, sondern gemeinsam in einer Gruppe unterrichtet.