Israelbezogener Antisemitismus war mit 238 Zuordnungen die häufigste inhaltliche Erscheinungsform von Antisemitismus im Jahr 2025, das entspricht 71 Prozent aller antisemitischen Vorfälle. Zudem erfasste RIAS im vergangenen Jahr 115 Versammlungen mit antisemitischen Vorfällen. In 97 Prozent der Vorfälle wurde israelbezogener Antisemitismus dokumentiert.
Bei israelbezogenem Antisemitismus werden Menschen jüdischen Glaubens, jüdische Gemeinden und Institutionen angefeindet und für das Handeln Israels verantwortlich gemacht. Auch werden dabei antisemitische Stereotype auf den Staat Israel bezogen, wie die Vorstellung, dass Israel ein bösartiger Staat sei. Der israelbezogene Antisemitismus ist von der Kritik an der israelischen Regierungspolitik zu unterscheiden.
Ministerpräsident Cem Özdemir (Grüne) hat sich erschrocken über die veröffentlichten Zahlen zu antisemitischen Vorfällen in Baden-Württemberg geäußert. „Dafür kann es wirklich nur eine harte Null-Toleranz-Politik geben“, sagte er am Dienstag vor Journalisten in Stuttgart. Egal, woher Antisemitismus komme – ob von rechts, links oder aus dem religiösen Spektrum, „namentlich aus dem Bereich des Islamismus“, stelle sich die Landesregierung hart dagegen, sagte Özdemir. Vor allem an Schulen solle weiter intensiv darüber aufgeklärt werden.