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Weihnachtsmarkt am Breitscheidplatz

Neun Jahre nach dem Terroranschlag auf dem Breitscheidplatz

Der Weihnachtsmarkt am Berliner Breitscheidplatz erlangte 2016 traurige Berühmtheit: Bei einem Terroranschlag mit einem Sattelzug wurden 13 Menschen getötet und etwa 100 verletzt. Ein Rundgang über den Markt neun Jahre später. Von Andreas Steidel

 Das Bild zeigt den Berliner Breitscheidplatz bei Dunkelheit: Auf dem Boden stehen angezündete Teelichter und andere Kerzen. Außerdem sind Rosen niedergelegt. Auf dem Boden ist eine Linie aus goldfarbenem Metall zu sehen.
epd-bild/Christian Ditsch
Am Berliner Breitscheidplatz erinnert ein goldener Riss an den Anschlag 2016.

Überall Polizei. An jeder Marktecke stehen Beamte, selbst vor der Gedächtniskirche halten sie Wache. Dazwischen flanieren Sicherheitsleute der Schausteller umher, große Poller und Betonsperren blockieren flächendeckend die Zufahrten zwischen Ku’damm, Kant-, Hardenberg-, Tauenztien- und Budapester Straße.

Islamistischer Anschlag vor 9 Jahren am Breitscheidplatz

Nach dem Anschlag in Magdeburg vor einem Jahr wurden auch die Sicherheitsvorschriften am Berliner Breitscheidplatz noch einmal erhöht. Neun Jahre ist es jetzt her, dass dort ein Sattelschlepper, gesteuert von ­einem islamistischen Terroristen ­namens Anis Amri, hineinraste.

Zwölf Menschen wurden gleich getötet, ein weiterer starb 2021 an den Folgen. Die Zahl der Opfer wäre wohl noch höher gewesen, hätte der Attentäter das Fahrzeug beherrscht.

Er hatte es kurz zuvor geklaut, den Fahrer erschossen und raste dann mit der Leiche auf dem Beifahrersitz in die Menge. Durch die Kollision mit den Buden war in dem Lastwagen das automatische Notbremssystem ausgelöst worden, sonst wäre er wohl mehr als nur 70 Meter weit gekommen.

Goldener Riss im Boden erinnert an den Terroranschlag

An der Stelle des Attentats geht heute ein goldener Riss durch den Boden. Er führt auf Treppenstufen zu, in die die Namen der Opfer eingegossen wurden. Fast übersieht man dieses Bodenmahnmal gleich neben der Gedächtniskirche, immer wieder erkundigen sich Menschen nach dem Ort des damaligen Geschehens. Ab und an kommen Angehörige und zünden ein Licht an.

Zwischen zwei mit Lichtern und Kugeln geschmückten Christbäumen ist ein Banner mit Leuchtschrift gespannt auf dem steht: "CITY-WEIHNACHTSMARKT". Im Hintergrund sind Gebäude zu sehen. Das Bild zeigt den Weihnachtsmarkt am Berliner Breitscheidplatz.
Andreas Steidel
Der City-Weihnachtsmarkt am Breitscheidplatz in Berlin im Dezember 2025.

Die Erinnerungen an den Anschlag bleiben

Auf dem Weihnachtsmarkt am Breitscheidplatz ist längst wieder Normalität eingekehrt. „Angst? Nein“, sagt eine Frau aus Brandenburg, die mit ihrem Mann einen Ausflug macht. Ein Pärchen aus Leipzig hält kurz am Gedenkort, liest die Namen der Opfer, sagt, dass ja Menschen aus halb Europa betroffen waren: Polen waren darunter, Italiener, Tschechen, Ukrainer und Deutsche.

Die Stimmung an den Buden ist heiter, jedes Jahr glitzert es ein wenig mehr zwischen Europacenter und Gedächtniskirche. Also alles wie immer? „Nein“, sagt eine Verkäuferin am Glühweinstand gleich neben dem Tatort, „ich kann nicht darüber reden, sonst läuft der ganze Film wieder ab.“

Ein Film war es leider nicht am 19. Dezember 2016 in Berlin, genauso wenig wie am 20. Dezember 2024 in Magdeburg, wo bei einem Attentat auf den dortigen Weihnachtsmarkt sechs Menschen starben und über 300 verletzt wurden.

Die Besucher trinken derweil Glühwein, Feuerzangenbowle, türkischen Tee oder Eierpunsch. Die Sicherheitslage sei derzeit nicht beunruhigend, hat die Polizei zu Beginn des Marktes erklärt. Garantien freilich gibt es keine – hier nicht und nicht an anderen Orten. 

Gedenkgottesdienst

Am Attentatstag, 19. Dezember, ­findet wie in jedem Jahr ein Gedenkgottesdienst in der Gedächtniskirche in Berlin statt. Er beginnt um 19 Uhr.