Nach Ansicht des württembergischen evangelischen Oberkirchenrats Jörg Schneider ist die Bibel für Christen und die Gesellschaft weiterhin von immenser Bedeutung. Ihre Texte prägten die Lebenswelt bis heute, etwa durch die Einteilung der Woche in Arbeits- und Sonntage, sagte er in einem am Donnerstag veröffentlichten Interview mit der Pressestelle der Landeskirche. Die Bibel beschreibe Urerfahrungen und gebe dafür relevante Bilder, wie die Erzählungen vom Paradies oder der Sintflut.
Sie (die Bibel) erzählt davon, dass der Mensch nicht sich selbst genug ist, sondern auf andere Menschen und auf Gott angewiesen ist.
sagt Jörg Schneider
Schneider selbst nutzt für seine tägliche Arbeit nach eigenen Angaben oft die digitale Version, um verschiedene Übersetzungen zu vergleichen. Sobald er aber ernsthaft lesen wolle, sei ihm die gedruckte Bibel lieber. Im Gottesdienst komme für ihn nur die gedruckte Ausgabe infrage.
Mehr digitale als gedruckte Bibeln verbreitet
Das „Buch der Bücher” verbindet laut Schneider Milliarden von Menschen weltweit über Konfessionsgrenzen hinweg. Die Schriftensammlung besteht aus über 70 Texten, von denen die ältesten bis zu 3000 Jahre alt sind. Im Jahr 2024 wurden laut Deutscher Bibelgesellschaft erstmals mehr digitale als gedruckte Bibeln verbreitet. Auf 25,9 Millionen digitale Ausgaben kamen 22,5 Millionen gedruckte Exemplare. Bibel-Apps verzeichneten zudem mehr als 28 Milliarden Aufrufe. Trotz des digitalen Wandels bleibt die Bibel das meistverkaufte und meistübersetzte Buch der Welt.