Ralph Hartmann schlägt die Brücke zwischen Kirche und Politik. Der frühere Dekan von Mannheim arbeitet als Beauftragter der evangelischen Landeskirchen in Baden-Württemberg bei Landtag und Landesregierung. Als Lobbyist sieht er sich nicht, wie er im Gespräch mit dem Evangelischen Pressedienst verrät.
Rolle im Landtag: Ist Hartmann ein Lobbyist der Kirche?
Herr Hartmann, der neue Landtag hat sich konstituiert. Ist es nun Ihre Aufgabe, als Lobbyist die Abgeordneten für Positionen der evangelischen Landeskirchen zu gewinnen?
Ralph Hartmann: Lobbyist passt nicht wirklich. Es geht darum, in einem guten Kontakt mit der Politik zu sein. Angesichts der vielen Kooperationen mit dem Land und angesichts der großen Bedeutung unseres kirchlichen Engagements für das Gemeinwesen ist das für beide Seiten sehr hilfreich.
Wie schafft man es, zu 157 Abgeordneten Kontakt aufzunehmen?
Ralph Hartmann: Das geht natürlich nicht auf einmal und auch nicht von heute auf morgen. Ich bin zu den Plenarsitzungen immer im Landtag und spreche auch Abgeordnete gezielt auf Themen ihrer Arbeitsbereiche an. Alle in der Politik kommunizieren viel und auch gerne, so ist es gar nicht so schwer, in Kontakt zu kommen.
Seelsorge im Parlament: Spirituelle Begleitung für Abgeordnete
Sie machen als Theologe auch seelsorgerliche Angebote an die Parlamentarier. Wird so etwas überhaupt angenommen?
Ralph Hartmann: Ja, unbedingt. Es gibt regelmäßige Andachten im Landtag vor den Plenarsitzungen, und natürlich kommt man immer wieder auch auf persönliche Dinge zu sprechen. Ich sehe immer zuerst den Menschen – und dann erst Partei oder Funktion. Ich denke, das wissen, spüren und schätzen die Abgeordneten.