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Zeitumstellung

Schlafexperte befürwortet Ende der Zeitumstellung

Schlafexperten fordern das Ende der Zeitumstellung: Sie verursache einen „Mini-Jetlag” mit gesundheitlichen Folgen. Andrei Mereuta vom Klinikum Stuttgart gibt Tipps zur Bewältigung und plädiert für die dauerhafte Normalzeit. Von Matthias Pankau (epd)

Eine analoge runde Uhr vor einem gelben Hintergrund. Eine Frauenhand zeigt auf den Minutenzeiger.
Unsplash+/Andrej Lišakov

Aus schlafmedizinischer Sicht ist die Abschaffung der halbjährlichen Zeitumstellung „klar zu befürworten“. Darauf hat der Leiter des Schlaflabors am Klinikum Stuttgart, Andrei Mereuta, mit Blick auf die anstehende Umstellung in der Nacht zum Sonntag (29. März) hingewiesen, wenn die Uhren von 2 auf 3 Uhr vorgestellt werden und die Sommerzeit beginnt. Die wiederkehrende Verschiebung der Uhren störe den inneren biologischen Rhythmus und sei mit messbaren negativen Effekten auf Schlaf, Leistungsfähigkeit und Gesundheit verbunden, sagte er dem Evangelischen Pressedienst.

Schlafqualität leidet vorübergehend

Die Zeitumstellung führe zu einer Art „Mini-Jetlag”, erklärte Mereuta. Der innere Takt des Körpers sei eng an den Hell-Dunkel-Wechsel gekoppelt; werde dieser abrupt verschoben, leide vorübergehend die Schlafqualität, die Hormonregulation – etwa von Melatonin und Cortisol – sowie Stimmung und Konzentrationsfähigkeit. Besonders zu kämpfen hätten damit Menschen mit ohnehin empfindlichem Schlaf, Kinder, ältere Personen und sogenannte „Eulen“ mit einem späten Chronotyp. In der Regel dauere die Anpassung einige Tage bis etwa eine Woche.

Tipps gegen den „Mini-Jetlag“ und langfristige Risiken

Langfristig könne ein dauerhaft gestörter Schlaf-Wach-Rhythmus nach Worten des Experten das Risiko für Herz-Kreislauf-Erkrankungen, Konzentrationsstörungen, verminderte Leistungsfähigkeit sowie Stimmungsschwankungen bis hin zu depressiven Symptomen erhöhen. Mereuta rät dazu, schon einige Tage vor der Umstellung die Schlafzeiten schrittweise vorzuverlegen, morgens viel Tageslicht zu tanken, regelmäßige Schlafenszeiten einzuhalten sowie Koffein am Abend und abendliches Bildschirmlicht zu meiden. Am sinnvollsten wäre aus seiner Sicht eine dauerhafte Beibehaltung der Normalzeit (Winterzeit), da sie am besten mit dem natürlichen Tag-Nacht-Rhythmus übereinstimme.