Seven Summits-Challenge: Steve Krögers ehrgeiziges Vorhaben
Sein Plan: die „Seven Summits“ – die höchsten Berge aller sieben Kontinente – in sieben Jahren. Verrückt, zumal er noch nie einen Berg bestiegen hat. Doch er legt los. 2007 beginnt er mit dem Kilimandscharo, 5895 Meter hoch. „Ich dachte, das ist ein guter Einstieg.“
Es folgen der Elbrus in Europa, der Aconcagua in Südamerika, der Kosciuszko in Australien, der Mount Vinson in der Antarktis und schließlich in Nordamerika der 6196 Meter hohe Mount McKinley. Über 20 internationale Touren unternimmt er, teils mit Gruppen, die er coacht. Den Kilimandscharo besteigt er allein in den Folgejahren ganze 14 Mal.
Für sein Ziel stellt er sein Leben um. Fast alles, was er besitzt, verkauft er. Übrig bleibt ein 35-Liter-Rucksack: zwei Jeans, fünf Unterhosen, ein Laptop, ein paar Shirts. „Ich wollte mich nur noch auf das Wesentliche konzentrieren.“ Drei Monate im Jahr ist er unterwegs: trainieren, reisen, planen. Das Projekt kostet ihn über 250 000 Euro – finanziert durch seine Arbeit als Coach und Redner und durch Unterstützung von Freunden.
Lebensrettende Entscheidung am Mount Everest
Er schafft sechs der sieben Gipfel, nur der Mount Everest bleibt unbestiegen. Doch gerade dort erlebt er den wohl wichtigsten Moment seines Lebens. 2014 steht Kröger im Basislager des Everest, vor ihm der Khumbu-Eisbruch, eine gefährliche Passage aus instabilen Eistürmen und Gletscherspalten. Plötzlich hört er eine klare innere Stimme: „Dreh um. Es ist zu gefährlich.“
Er gehorcht – ohne zu wissen, warum. Schweren Herzens bricht er die Expedition ab. Zwei Tage später fegt eine Lawine über genau diese Stelle hinweg. 16 Bergsteiger sterben. Es ist die schwerste Katastrophe in der Geschichte des Everest. Wäre er weitergegangen, wäre er vermutlich ebenfalls unter den Opfern gewesen. Damals nennt er es Intuition, heute sagt er: „Das war Gott.“