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Internationaler Tag der Pflegenden

Sozialverbände fordern bessere Pflegebedingungen

Sozialverbände fordern die Politik zur Reform des Pflegesystems auf und übergeben am Internationalen Tag der Pflegenden eine Petition mit 143.000 Unterschriften. Von epd

Pflegekraft geht mit Seniorin spazieren.
Unsplash+/Getty Images

Zum Internationalen Tag der Pflege am 12. Mai haben Sozialverbände und Gewerkschaften von den demokratischen Parteien im Bundestag Verbesserungen für Pflegebedürftige und deren Angehörige gefordert. Vertreterinnen und Vertreter von Diakonie, Arbeiterwohlfahrt, Paritätischem Gesamtverband, Deutschem Gewerkschaftsbund, Volkssolidarität und weiteren Verbänden übergaben in Berlin die Petition „Mach dich stark für Pflege” mit gut 143.000 Unterschriften an das Bundesgesundheitsministerium.

Bereits vor der Übergabe der Petition hatte die neue Gesundheitsministerin Nina Warken (CDU) erklärt, Pflege könne „mehr, als sie bislang darf”. Die Kompetenz von Fachkräften müsse stärker genutzt werden. „Wir müssen ihre Aufgaben ihren Fähigkeiten stärker anpassen, um den Beruf noch attraktiver zu machen”, ergänzte die Ministerin.

Kino-Tipp „Heldin”

Mit jedem Handgriff könnte ein Fehler passieren, der Leben kostet: Der Film "Heldin" zeigt den Arbeitsalltag der jungen Krankenschwester Floria in einer Schweizer Klinik mit all seinen Herausforderungen eindrücklich.

Der Film läuft u.a. in folgenden Kinos:

Stuttgart: Atelier am Bollwerk

Heilbronn: Kinostar Arthaus

Ulm: Mephisto 

Reutlingen: Cineplex Planie

Forderungen der Petition: Pflegesystem reformieren

In der Petition fordern die Verbände den Umbau der Pflegeversicherung in eine Vollversicherung. Das solle Pflegebedürftige „vor unwägbaren finanziellen Risiken“ schützen, hieß es. Pflegende Angehörige müssten wirtschaftlich besser abgesichert werden, auch im Rentenalter. Lohnersatzleistungen und zusätzliche Rentenpunkte könnten dazu beitragen. Zudem müsse der Zugang zu Leistungen der Pflegeversicherung einfacher und übersichtlicher werden.

Pflege sei nicht nur Versorgung, sondern ermögliche ein selbstbestimmtes Leben, begründeten die Verbände ihren Vorstoß. Das aktuelle Pflegesystem sei veraltet und werde wachsenden Herausforderungen nicht mehr gerecht.

Kommunen bei der Pflege in die Pflicht nehmen

Diakonie-Bundesvorständin Elke Ronneberger wies darauf hin, dass 80 Prozent der Pflegebedürftigen zu Hause versorgt würden. Deren Angehörige trügen die Hauptlast der Pflege. Für deren Unterstützung müssten auch die Kommunen in die Pflicht genommen werden, forderte Ronneberger: „Wir brauchen eine bessere soziale Infrastruktur vor Ort für Pflegebedürftige und pflegende Angehörige, wie zum Beispiel Tages- und Nachtpflegen und Seniorenclubs.