Die EKD-Sprecherin sagte, bereits die vorläufige Liederliste enthalte zahlreiche Lieder aus unterschiedlichen kulturellen und konfessionellen Traditionen. Sie verwies darauf, dass daran hymnologische Fachleute mit ausgewiesener Kompetenz für internationale Ökumene beteiligt gewesen seien.
Einigen Autorinnen und Autoren wirft der Kirchenbund vor, ihre öffentlich vertretene Theologie berühre sich „mit rechten und nationalistischen Strömungen“. Dazu zählt die VEM „eine Vorstellung von Familie und Nation, die keinen Platz für Vielfalt lässt, eine Ablehnung queerer Lebensweisen, die Menschen ihre Würde abspricht, und eine Rhetorik, die Ausgrenzung als Glaubensfrage tarnt“. Namen wurden nicht genannt. Es gehe um ein Muster „kolonialer und nationalistischer Ideologien“. Die Gesangbuchkommission wurde aufgefordert, „ihre Arbeitsweise zu überdenken“.
Der EKD sei bewusst, dass einzelne Autorinnen und Autoren kontrovers diskutiert würden, erklärte die Sprecherin. Daher erfolge die Auswahl in einem „sorgfältigen fachlichen Verfahren“, bei dem die Kommission unter anderem auch mit der Evangelischen Zentralstelle für Weltanschauungsfragen im Austausch sei. Ein eigens eingesetzter Ethikbeirat unterstütze „einen verantwortungsvollen Umgang mit ethisch herausfordernden Liedern“. Die Sprecherin betonte, die Aufnahme eines Liedes ins Gesangbuch bedeute „keine pauschale Zustimmung zu sämtlichen Positionen oder persönlichen Äußerungen“ von Verfassern.
Die VEM sieht ihre Stellungnahme „in einem größeren gesellschaftlichen Kontext“: Angesichts eines Rechtsrucks und des Erstarkens der AfD wachse für viele Menschen in Deutschland eine reale Bedrohung. „Umso wichtiger ist es, dass die Kirche in dieser Zeit klar Stellung bezieht und für den Schutz derer einsteht, die durch dieses System marginalisiert werden“, erklärte der Vorstand.
Wenn die evangelische Kirche in Deutschland in einer vielfältigen Gesellschaft Zukunft haben will, braucht sie international erfahrene Stimmen und Perspektiven wie unsere.
sagte der VEM-Vorstand