In Krisen und Notsituationen ist die Telefonseeslorge ein wichtiger Anlaufpunkt für Menschen. Martina Rudolph-Zeller ist Leiterin der Telefonseelsorge Stuttgart – Sie erinnert sich bis heute an einen Anruf, der sie besonders berührt hat. Eine junge Lehrerin, die unter Selbstzweifeln litt, von vielen gescheiterten Beziehungen erzählte und sich von anderen Menschen zurückgezogen hatte konnte durch das Gespräch mit ihr Trost finden. „Als ich ihr gegenüber offen äußerte, dass sie vermutlich an einer Depression erkrankt sei, reagierte sie mit Erleichterung und Dankbarkeit“, erzählt Rudolph-Zeller. Gemeinsam überlegten sie dann, wo es einen Therapieplatz für sie geben könnte.
Es tat ihr gut, dass jemand ihren Zustand ernst genommen hat.
sagt Martina Rudolph-Zeller
Auch Beate, die sich seit 15 Jahren bei der Telefonseelsorge ehrenamtlich engagiert, erinnert sich noch gut an zwei Anrufe. Einmal habe sich ein Kind gemeldet, das von seinem Vater missbraucht wurde. Nach langem Schweigen erst vertraute sich das Mädchen ihr an. Beate nannte ihr dann verschiedene Anlaufstellen, an die sie sich wenden konnte. Ein andermal sei eine verurteilte Straftäterin in der Leitung gewesen, die auf dem Weg in die Vollzugsanstalt anrief.