„Aber weil das alles sehr affektgeladen ist, wird Aufklärung allein nicht helfen“, betonte der Theologe: „Man muss auch an die Emotionen rankommen.“ Es gehe dabei darum, ein positives Selbstbild durch die Abwertung Israels zu sichern, sagte Staffa.
Israel ist böse und wir sind gut, weil wir hier auf die Straße gehen ohne jede geschichtliche Kenntnis und ohne jedes Risiko und auch ohne den Versuch, sich in den anderen, also Israel, hineinzuversetzen.
kritisiert Christian Staffa
Dass dies auch an Universitäten um sich greife, hätte er nicht gedacht, sagte der Theologe: „Ein intellektuelles Selbstbild müsste eigentlich verlangen, Sachen von zwei Seiten zu beleuchten.“ Zu Debatten über Antisemitismus in der Linken, die im Zusammenhang mit deren Erfolg bei der Wahl zum Berliner Abgeordnetenhaus geführt werden, sagte Staffa, es beunruhige ihn, dass darüber die Frage, was die AfD in Sachsen-Anhalt macht, in den Hintergrund gerate.
Sachsen-Anhalt ist wirklich etwas anderes als diese Neuköllner Linke.
sagt Christian Staffa
Die Drei-Parteien-Vereinbarung in Berlin zur Ermöglichung von Gesprächen finde er gut. „Ich würde die Auffassung nicht teilen, dass mit der Linken in Berlin der Antisemitismus an die Regierung kommen würde“, sagte der Theologe: „Aber das Gefühl, dass das so sein könnte, verstehe ich trotzdem sehr gut.“