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Klima

Tipps gegen Sommerhitze: kühlen, schützen, erfrischen

Eine rekordverdächtige Hitzewelle rollt über Deutschland. Mit der Hitze kommen Gesundheitsrisiken. Schützende Kleidung, Abkühlung und UV-Schutz sind nur ein paar der Dinge, auf die Sie achten sollten. Von epd

Hitze tötet, wissen Forschende. Und Hitzewellen werden durch den Klimawandel häufiger. Städte sind im wörtlichen Sinne Hotspots, die sich stärker als unbebautes Gebiet aufheizen und nachts weniger abkühlen. 

Dunkelheit und geschlossene Fenster schützen

Die häufigtsten Hitzeschutz-Tipps lauten: Tagsüber Türen sowie Fenster geschlossen halten und Fenster sowie Glastüren abdunkeln, am besten von außen, also mit Markisen, Jalousien oder Rollläden. Vorhänge und Innenrollos sind weniger effektiv, aber besser als nichts. 

Nachts und morgens durchlüften

Bewohnerinnen und Bewohner sollten in den eigenen vier Wänden nachts oder in den frühen Morgenstunden durchlüften – am besten Durchzug machen. Faustregel: Wenn es in der Wohnung wärmer ist als draußen, Fenster öffnen. Ist es draußen wärmer als drinnen, Fenster schließen. Wird es bei geschlossenen Fenstern und Türen zu stickig, kann ein Ventilator oder Fecher helfen. Zum Schlafen sollte eine leichte Bettwäsche, etwa nur Laken verwendet werden.

Nasse Wäsche in der Wohnung trocknen

Bei starker Hitze kann es helfen, nasse Wäsche auf einem Wäscheständer in der Wohnung statt im Keller, auf dem Balkon oder gar im Trockner trocknen zu lassen. „Die dabei entstehende Verdunstungskälte kühlt die Raumtemperatur etwas ab“, erklärt der BUND, weist aber zugleich auf eine höhere Luftfeuchtigkeit hin, die die gefühlte Temperatur steigen lassen kann. 

Zimmerpflanzen sorgen für Abkühlung durch Verdunstung

Zimmerpflanzen geben ebenfalls Feuchtigkeit ab und sorgen für Abkühlung. Große, robuste Pflanzen wie Gummibaum oder Monstera eignen sich besonders gut für die Luftkühlung durch Verdunstung.

Eine begrünte Hauswand mit vier Fenstern ist zu sehen.
Unsplash/ Marcus Lenk
Fassadenbegrünungen senken die Temperatur in Gebäuden.

Dämmung des Wohnhauses und Wärmepumpen zur Kühlung

Grundsätzlich ist eine Dämmung des eigenen Wohnhauses ratsam. Zudem lassen sich Wärmepumpen zur Kühlung von Räumen nutzen. Laut Naturschutzbund ist Fassaden- und Dachbegrünung zu empfehlen, um „die Temperatur in den Wohnungen zu senken“, wie eine Sprecherin auf Anfrage des Evangelischen Pressedienstes mitteilte.

Wer zur Miete wohnt und daher Entscheidungen über bauliche Veränderungen nicht selbst treffen kann, ist laut dem Marburger Klimadezernenten Michael Kopatz der Hitze nicht völlig hilflos ausgeliefert. Er weist Mieterinnen und Mieter auf das Gebäudeenergiegesetz hin, das für Mehrfamilienhäuser eine Dämmung der obersten Geschossdecke vorschreibt. Sie sollten den Vermieter oder die Vermieterin darauf ansprechen und – sollte das folgenlos bleiben – die Bauaufsicht einschalten, rät Kopatz. 

App „Kühle Orte in Baden-Württemberg“

Diese kostenfreie App bündelt Informationen zu schattigen und kühlen Plätzen im Südwesten.
Folgende Möglichkeiten der Erfrischung listet die App:

  • Freibäder
  • Höhlen
  • Trinkbrunnen
  • kühle Innenräume: Kirchen und Museen
  • öffentliche Spender für Sonnencreme

Sie ist in den Sprachen Deutsch, Englisch, Französisch, Spanisch und Italienisch in allen gängigen Appstores verfügbar.

Alte Kirchen bieten Schutz bei Hitze

Wer es in der eigenen Wohnung nicht mehr aushält oder unterwegs ist, kann zum Beispiel in Kirchen Schutz vor Hitze suchen. Vor allem zentral gelegene, gut erreichbare und ältere Kirchen mit dicken Steinmauern sind gut geeignet. Die Evangelische Kirche in Deutschland und Diakonie rufen ihre Gemeinden schon seit Längerem dazu auf, Kirchenbauten und andere geeignete Räume an Hitzetagen als kühle Orte zu öffnen. Auch die Caritas rät dazu, „sich bei absoluter Hitze in alten Kirchen aufzuhalten“. Die bundesweite Aktion nennt sich „Kühle Kirchen“. Auch in kommunalen Hitzeschutzkonzepten sind kirchliche Einrichtungen teilweise schon zu finden.

Welche Grundregeln gelten beim Sonnenschutz?

Wer doch raus muss, sollte seine Haut unbedingt vor Sonnenstrahlung schützen. Und das bereits ab einem UV-Index von 3 – das entspricht etwa einem sonnigen Frühlings- oder Herbsttag in Norddeutschland. Als Mittel der Wahl empfehlen die Verbraucherzentralen Aufenthalt im Schatten und schützende Kleidung. 

Was für Erwachsene gilt, gilt umso mehr für Kinder: Da ihre Haut extrem empfindlich ist, sollten sie sich bis zum zweiten Lebensjahr überhaupt nicht in direkter Sonne aufhalten.

Ab wann sollte ein Aufenthalt im Freien besser vermieden werden?

Sobald ein UV-Index von 8 oder höher erreicht wird, ist laut dem Bundesamt schützende Kleidung Pflicht – inklusive einer Kopfbedeckung, die auch die Ohren und den Nacken abschirmt. Hautareale, die der Sonne ausgesetzt sind – auch oft übersehene, aber besonders empfindliche Partien wie Nase, Ohren und Fußrücken – sollten unbedingt großzügig mit einem Sonnenschutzmittel mit hohem Lichtschutzfaktor eingecremt werden.

Lichtschutzfaktor Formel

Eigenschutzzeit der Haut (je nach Hauttyp) x LSF = Maximale Zeit, in der die Haut in der Sonne geschützt wird

Hauttyp 1 (sehr helle, extrem empfindliche Haut) hat eine Eigenschutzzeit von 10 Minuten!

Hauttyp 6 (dunkelbraune bis schwarze Haut) hat eine Eigenschutzzeit von über 60 Minuten!

Achtung: Bei der Bestimmung des Hauttyps spielt auch die Augenfarbe eine Rolle

Worauf ist beim Eincremen zu achten?

Der Lichtschutzfaktor einer Sonnencreme besagt, wie viel länger sich eine eingecremte Person gegenüber einer ungeschützten theoretisch in der Sonne aufhalten kann, ohne einen Sonnenbrand zu bekommen. Um den vielversprechenden Angaben auf den Verpackungen halbwegs nahezukommen, ist es allerdings notwendig, das Sonnenschutzmittel lückenlos und reichlich aufzutragen. Erwachsene brauchen für eine Ganzkörperanwendung nach BfS-Angaben eine Menge, die vier gehäuften Esslöffeln entspricht. Am besten etwa 30 Minuten vor dem Gang in die Sonne auftragen und nach dem Baden nachcremen. Angebrochene Tuben aus dem Vorjahr sollten lieber entsorgt werden.