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Seelsorger für Trucker

Truckertreff bietet Fernfahrern Halt und Gespräche

Früher waren Fernfahrer die „Könige der Landstraße”. Heute seien sie die „Deppen der Nation”, sagt Seelsorger Martin Heubach. Regelmäßig steht er mit Ehrenamtlichen am Grill an der Autobahn und hört Männern zu, die seit Monaten nicht zu Hause waren. Von Marcus Mockler (epd)

Ehrenamtliche Helfer engagieren sich für Fernfahrer

Fernfahrer sind oft wochenlang unterwegs und sehen ihre Familien selten. Gesellschaftliche Anerkennung erfahren sie dabei wenig. „Früher waren die Fernfahrer die Könige der Landstraße”, sagt Martin Heubach, früher evangelischer Diakon und heute verantwortlich für den Truckertreff an der Autobahnkapelle an der Kochertalbrücke der Autobahn 6. „Und heute sind sie die Deppen der Nation. Deshalb wollen wir denen etwas Gutes tun”, sagt er.

Der Truckertreff findet einmal im Monat statt. Es gibt kostenlos etwas vom Grill, dazu Getränke. Ein Mitarbeiterteam ist vor Ort und versucht, mit den Fahrern über das ins Gespräch zu kommen, was ihnen auf dem Herzen liegt, wie Heubach erläutert.

Angebote für Trucker im Südwesten

  • Baden-Württemberg: mehrere Projekte aus Fernfahrer- und Betriebsseelsorge sowie Autobahnkirchen.
  • Im Raum Heilbronn: Josef Krebs als Trucker-Seelsorger im Dienst der Diözese Rottenburg-Stuttgart.
  • Hegau: ökumenisches Projekt „Lenkpause für Körper und Seele” an Rastplätzen und am Zollamt zur Schweiz

Sprachbarrieren erschweren die Arbeit mit Fernfahrern

Damit das gelingt, braucht es Sprachkenntnisse. Für Rumänisch steht ein Kollege bereit. Doch nicht immer klappt die Kommunikation, da ein Großteil der Fahrer aus Polen, Litauen und Bulgarien stammt. Angesprochen werden die Fahrer direkt an ihren Fahrzeugen. Im Team arbeite allein Schwester Inge von den evangelischen Christusträger-Schwestern hauptberuflich, sagt Heubach. Die Schwesternschaft ist auch Trägerin der Autobahnkapelle. Alle anderen seien in ihrer Freizeit dabei.

Harte Arbeitsbedingungen auf den Straßen Europas

Die meisten Fahrer, die dort vorbeikommen, stammen laut Heubach aus Osteuropa, „weil es billige Arbeitskräfte sind”. Sie seien oft wochen- oder monatelang unterwegs und kämen unter schwierigen Arbeitsbedingungen auch menschlich sehr schlecht weg.

Als typische Belastungen des Berufs nennt die kirchliche Fernfahrerseelsorge lange Abwesenheit von zu Hause, Zeitdruck, Staus, fehlende Parkplätze, niedrige Bezahlung, Einsamkeit und geringe gesellschaftliche Anerkennung.

Der Aufwand lohnt sich für mich immer dann, wenn ein Mensch hier fröhlicher und entlasteter weggefahren ist.

sagt Martin Heubach