Einen aktuellen Stand zur Christenverfolgung gab bereits im Mai 2026 der Leiter des christlichen Hilfswerkes „Open Doors“. Er forderte, die Christenverfolgung stärker politisch zu thematisieren. Er beklagte außerdem eine zu geringe Wahrnehmung des Themas Christenverfolgung in Deutschland und Europa. Es fehle häufig an Wissen über das Ausmaß der Verfolgung, sagte Rode dem Evangelischen Pressedienst damals. Zudem sei Religionsfreiheit hierzulande so selbstverständlich, dass sich viele Menschen die Realität von Gefängnis, Vertreibung oder Gewalt aus Glaubensgründen kaum vorstellen könnten.
Rode forderte, Religionsfreiheit stärker in der deutschen Außen-, Entwicklungs- und Menschenrechtspolitik zu verankern. Deutschland habe diplomatische und wirtschaftliche Möglichkeiten, Einfluss zu nehmen und das Thema klar anzusprechen. Zugleich müsse der Schutz Betroffener gewährleistet bleiben. Verfolgte Christen seien nicht nur Opfer, betonte Rode, sondern engagierten sich vielfach selbst in Bildung, Gesundheitsversorgung sowie für Versöhnung und Frieden. Besonders betroffen von Verfolgung seien Konvertiten, die sich bewusst für den christlichen Glauben entscheiden und oft aus dem engsten familiären Umfeld heraus verfolgt würden.