In Kalifornien eingegangene Elternschaften würden „in Deutschland ohne Probleme anerkannt”. Sie kosteten deutlich mehr als in der Ukraine vermittelte Leihmutterschaften, wo es entsprechende Rechtsabkommen nicht gebe. „Es geht hier also nicht nur um das Verständnis für ungewollt kinderlose und homosexuelle Paare, sondern auch die Frage, wer sich das leisten kann”, sagt Peter Dabrock.
Wer es sich finanziell leisten kann, wählt den Weg über eine Leihmutter im Ausland, anstatt sich beispielsweise für ein Pflege- oder Adoptivkind zu öffnen.
kritisierte Carmen Wegge, die SPD-Bundestagsabgeordnete Carmen Wegge
Bei Auslands-Leihmutterschaften seien Frauen häufig „nur unzureichend vor gesundheitlicher und finanzieller Ausbeutung” geschützt. Gleichzeitig sprach sich Wegge im „Spiegel” für die Einführung einer altruistischen Leihmutterschaft, also ohne Bezahlung, „in engen Grenzen auch in Deutschland” aus.
Der Vorsitzende der Senioren-Union, Hubert Hüppe, kritisierte in zwei Interviews Spahns Familiengründung per Leihmutterschaft. Im „Spiegel” verwies er auf die Instrumentalisierung von Frauen, im „Focus” auf die Haltung der Union, Frauen und Kinder nicht „zu einer Ware zu machen“. Hüppe drängte im „Spiegel” darauf, Leihmutterschaft im Ausland in Deutschland unter Strafe zu stellen.
CDU-Politiker Daniel Peters forderte in der „Bild”-Zeitung am Freitag den Rücktritt von Spahn. Seine Begründung:
Mit einer Leihmutterschaft in den USA hat Spahn sich in voller Absicht über in Deutschland geltendes Recht hinweggesetzt.
sagte Daniel Peters
Die Frauen Union lehnt eine Änderung der geltenden Rechtslage ab, wie eine Sprecherin dem epd mitteilte. Sie verwies auf einen CDU-Beschluss vom Februar 2026. „Frauen dürfen weder zum Sex gekauft, noch als Brutkasten missbraucht werden”, sagte Mechthild Heil, Vorsitzende der Gruppe der Frauen der Unionsfraktion im Bundestag, der „Frankfurter Allgemeinen Zeitung”. Heil sagte, die allermeisten Frauen seien „den Käufern dieser Ausbeutung nicht gleichgestellt”. Sie handelten aus finanzieller Not, physischer oder psychischer Abhängigkeit oder dem vermeintlichen Mangel an Alternativen.
Die wenigen selbstbestimmten Frauen, die unabhängig und frei entscheiden können, unterstützen am Ende aber auch dieses ausbeuterische System zwischen Kaufeltern und Leihmüttern. Ich lehne den Kauf von Kindern und damit die Leihmutterschaft ab.
sagte Mechthild Heil
Spahns Parteikollege Thomas Rachel (CDU) hat die ablehnende Position der CDU zu Leihmutterschaften betont. „Leihmutterschaft ist in Deutschland aus guten Gründen gesetzlich verboten”, sagte der Bundesvorsitzende des Evangelischen Arbeitskreises der CDU/CSU (EAK) am Freitag dem epd. So solle es aus Sicht des Arbeitskreises auch bleiben, ergänzte er. „Kommerzialisierung, Ausbeutung und gesundheitliche Risiken müssen generell verhindert werden”, sagte Rachel, der auch Beauftragter der Bundesregierung für Religionsfreiheit ist. Die CDU habe zu dem Thema „eine eindeutige Beschlusslage, nämlich die Ablehnung jeder Form von Leihmutterschaft aufgrund der gravierenden ethischen, rechtlichen und praktischen Bedenken gegen dieses Geschäftsmodell”.
Die Selbstbestimmung endet dort, wo andere Menschen zum Mittel werden.
sagte Thomas Rachel