Studentinnen der HdM Stuttgart begleiten das Projekt
Alma ist eine der Studentinnen, die das Projekt betreuen. Nach den Aufnahmen ist sie sichtlich bewegt. „Krass, diesen Einblick zu bekommen!“ Für die 22-Jährige ist das mehr als ein Studienprojekt.
Es ist schön, den Vätern und ihren Familien die Möglichkeit zu geben, etwas für ihre Kinder zu tun
sagt Alma
„Wir haben bisher tolle Erfahrungen gemacht“, sagt die zuständige Sozialarbeiterin von der JVA. „Die Väter bringen den Mut auf, ihre Komfortzone zu verlassen und das zu tun, was sie zuhause oft nicht gemacht haben: vorlesen.“
Beim Gefängnis-Projekt fließen Tränen
Nach etwa zehn Minuten ist Stefan fertig. „Ich war sehr aufgeregt, weil ich es perfekt machen wollte“, sagt er. Dann wird er emotional: „Ich musste mit den Tränen kämpfen. Wenn man ein kleines Kind hat, für das man nicht da sein kann – das ist schwer. Zuhause würde man ihm noch einen Gute-Nacht-Kuss geben oder es in den Arm nehmen. Das fehlt!“
Am Nachmittag bekommt Stefan Besuch von seiner Frau und seinem Sohn. Die Vorfreude hilft ihm, die Situation zu ertragen. Er hofft, bald in den offenen Vollzug wechseln zu können. Dann könnte er seinen Sohn öfter sehen. Diese Aussicht gibt ihm Kraft.
Alma und die anderen packen ihre Ausrüstung zusammen. Als sich die Gefängnispforte hinter ihnen schließt, spüren sie Erleichterung – und Dankbarkeit, etwas Sinnvolles getan zu haben.