Es war das Schlimmste, was mir im Leben passiert ist: der Tod unseres 15-jährigen Sohnes. Unfassbar, nicht verstehbar. Was folgte: Trauer, Wut, Fassungslosigkeit und das Gefühl, am liebsten aus dieser Welt zu verschwinden, denn was sollte sie noch bringen. Ich wollte niemanden sehen und war doch froh über jeden, der an die Tür klopfte und mit mir trauerte.
Zwei Menschen haben in dieser Zeit etwas bewirkt, das ich nie für möglich gehalten hatte. Ein Freund, der mir klarmachte, dass mein Sohn Andreas eine schöne, tolle Beerdigung verdient hätte. Wörter wie „toll“ und „schön“ klangen in meiner Trauerwelt voller Dunkelheit und Düsternis einfach falsch. Mein Mann und ich haben den Vorschlag dennoch beherzigt – er war richtig und wichtig.
Der zweite Ratschlag war noch unverständlicher. Er kam von Uwe Quast, ehemals Pfarrer in der Kirchengemeinde Grüntal/Frutenhof/Musbach, jetzt Seelsorger in Wasseralfingen. „Streicht den Satz: Von Beileidsbezeugungen am Grab bitten wir Abstand zu nehmen.“ Meine Reaktion war Entsetzen: „Das halte ich nicht aus, das schaffe ich nicht, daran gehe ich zugrunde“, waren meine Antworten. Doch Pfarrer Quast ließ sich nicht beirren: „Ihr werdet jeden Zuspruch, jedes gute Wort, jeden Händedruck benötigen, nur dann schafft ihr es überhaupt.“