Innehalten, nachdenken – und getröstet weitergehen
Warum lohnt es sich, an Buß- und Bettag in den Gottesdienst zu gehen?
Ein Abendgottesdienst mitten in der Woche – das ist vom Buß- und Bettag übrig geblieben für die meisten von uns. Einzelne kommen noch nach der Arbeit zum Abendgottesdienst in die Kirche. Die Chance liegt darin, dass dies mitten im Alltag geschieht, eine Unterbrechung der Routine während der vollgefüllten Woche. Ich erlebe es so, dass gerade darin das Besondere liegt. An diesem Abend schließt keine Sitzung den Arbeitstag ab, sondern ein Gottesdienst. Wie wohltuend!
Was ist das Besondere an diesem Gottesdienst?
Für mich ist der Gottesdienst an Buß- und Bettag ein Ort, um innezuhalten, um auch einmal auf die Stellen meines Lebens zu schauen, die schmerzen. Und um das zu benennen, was in der Welt geschieht, mit dem ich nicht zurechtkomme. Es gelingt nicht alles im Leben, es wird nicht alles gut. Auch diese Geschichten gehören zu meinem Leben. Ich muss mir und anderen und auch Gott nichts vormachen, davon erzählt dieser Feiertag. Es tut gut, darüber nachzudenken. Danach kann ich wieder weitergehen, getröstet, aufgerichtet, gehalten von meinem Gott.
Regina Korn, Bad Mergentheim