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Faszination Mond

Warum der Mond die Menschen seit jeher fasziniert

Vollmond, Sichel oder gar nicht zu sehen: Der Mond fasziniert die Menschen seit jeher. Auch in Bibel und Musik hat er seine Spuren hinterlassen. Von Nicole Marten

Das Bild zeigt die verschiedenen Mondphasen.
Unsplash/Mark Tegethoff

Schon von alters her hat der Mond die Menschen fasziniert. So verehrten die Menschen im alten Vorderen Orient den Mond, die Sonne und die Sterne als Gottheiten. Häufig wurde der Mond in Verbindung gebracht mit Fruchtbarkeit und Geburt. Weil er nicht in jeder Nacht gleichermaßen zu sehen ist, glaubten die Menschen, die Mondphasen hätten großen Einfluss auf jeden und jede Einzelne und auf die Gesellschaft.

Der Mond als Schicksals- und Orakelgottheit der Sumerer

Wegen des Mondzyklus waren die Menschen auch der Überzeugung, Lampen mit konkretem Auftrag dass der Erdtrabant durch seine veränderte Form und Farbe große Ereignisse ankündige. So machte der Mond Karriere als Schicksals- oder Orakelgottheit. Die Sumerer waren zudem davon überzeugt, dass der Mond regelmäßig in die Unterwelt hinabsteige, weshalb menschliche Augen ihn in dieser Zeit nicht sehen können. Des Mondes Wiederkehr wurde quasi als Auferstehung gefeiert.

Der Mond in der Bibel: Teil der göttlichen Schöpfung

Die Bibel dagegen hat andere Überzeugungen als die Glaubenslehre in der Welt, in der sie entstand. So heißt es im ersten Schöpfungsbericht:

Gott sprach: Lichter sollen am Himmelsdach entstehen, um Tag und Nacht voneinander zu trennen! Sie sollen als Zeichen dienen, um die Feste, die Tage und Jahre zu bestimmen, und der Erde Licht geben. Und so geschah es. Gott machte zwei große Lichter. Das größere Licht sollte den Tag beherrschen und das kleinere die Nacht. Dazu kamen noch die Sterne. Gott setzte sie an das Himmelsdach, um der Erde Licht zu geben. Sie sollten am Tag und in der Nacht herrschen und das Licht von der Finsternis trennen. Und Gott sah, dass es gut war.

1.Mose 1,14-18, Basis Bibel

Welche Aufgabe Sonne, Mond und Sterne in der Bibel haben

Das erste Mosebuch hat an dieser Stelle eine klare Linie: Es gibt nur einen einzigen Gott. Dieser hat Sonne, Mond und dazu auch die Sterne gemacht. Sie sind deshalb allesamt eben keine Götter, sondern Geschöpfe. Ihre Aufgabe: Licht sein für die Welt, die Erde erleuchten. So können die Menschen Tag und Nacht unterscheiden, Festzeiten, Tage und Jahre. Sie können daran ablesen, wann Zeit ist zu feiern, zu säen und zu ernten. Einige Psalmen sehen den Mond auch als Zeichen für Beständigkeit.

Was der Mond bei Matthias Claudius symbolisiert

Mondaufgang und Sterne als Zeichen für Gottes Schöpfung und als Anlass, Gott dafür zu loben: Diesen Gedanken greift Matthias Claudius mit seinem Gedicht „Abendlied“ auf. Unter dem Titel „Der Mond ist aufgegangen“ hat es Eingang gefunden ins Evangelische Gesangbuch. Darin rufen Mond und Sterne sowie der Abendnebel die Menschenkinder zum Vertrauen auf in Gottes Güte: gerade am Abend, wenn sie schlafen gehen. 

Claudius nimmt den Mond, der manchmal nur halb zu sehen ist und trotzdem rund, auch als Symbol. Dafür, dass wir Menschen über manche Dinge lachen, weil wir sie nicht sehen und vielleicht auch nicht verstehen.

Gott wird sie schützen und ihnen einen guten Schlaf schenken.

aus dem Abendlied von Matthias Claudius

Porträt von Frank Sinatra
epd-bild/akg images
Frank Sinatras Version von „Fly Me to the Moon” erklang 1969 an Bord der Apollo-10-Mission auf ihrem Weg zum Mond.

Der Mond in der Musik: Von Beethoven bis Frank Sinatra

Dem Mond werden quer durch die Genres Musikstücke gewidmet. Instrumentale Arrangements, wie­ Beethovens Mondscheinsonate oder Glenn Millers Moonlight Serenade, laden zum Träumen ein. Frank Sinatra singt zu seinem Bigband-Stück „Fly Me to the Moon“ (Lass mich zum Mond fliegen) ein Liebeslied. Jazzig kommt Van Morrison daher mit seinem „Moondance“, in dem er die Nacht als magisch und romantisch beschreibt. 

Mit dem Mondschatten durchs Leben: Cat Stevens

Ganz anders besingt Cat Stevens den „Moonshadow“ (Mondschatten). Begleitet von der Akustik­gitarre beschreibt er, dass ihm ein Mondschatten folgt, über den er hüpft und springt. Und auch wenn er jemals seine Hände, seine Beine oder auch seinen Mund verlöre: Er findet immer wieder etwas, das ihn fröhlich macht.

Mehr zum Thema Mond lesen Sie im Gemeindeblatt Nummer 36. Erhältlich für 3 Euro hier im Shop als ePaper.